5 März 2021

Shell will synthetisches Kerosin in Rheinland Raffinerie produzieren

Partner gesucht für geplante Transformation des Standortes hin zum „Shell Energy and Chemicals Park Rheinland“ - inklusive einem Energy Campus

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Aus der Rheinland Raffinerie – im Bild das Werk Wesseling – wird der Shell Energy and Chemicals Park Rheinland; neben Wesseling gibt es ebenfalls ein Werk in Godorf

Shell möchte im Werkteil Wesseling der Rheinland Raffinerie künftig nachhaltige Flugkraftstoffe herstellen. Dazu will das Unternehmen eine erste kommerzielle Bio-PTL (Power-to-Liquid)-Anlage errichten. Das synthetisch hergestellte Kerosin soll helfen, den CO2-Fussabdruck der Fluggesellschaften zu senken. Darüber hinaus soll die Kapazität der PEM-Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage, die Shell aktuell im Werkteil Wesseling zusammen mit ITM Power fertigstellt, von derzeit 10 Megawatt auf 100 Megawatt verzehnfacht werden.

Partner dieser zusätzlichen 100-MW-Elektrolyse – Refhyne II – sind ITM Power, ITM Linde Electrolysis GmbH (ILE) und Linde. Baubeginn dieser Anlage könnte 2022 sein.

Für beide Projekte beantragt Shell mit seinen Partnern Fördergelder bei der EU und in Deutschland. Ein finaler Investitionsentscheid für beide Projekte steht noch aus.

Beide Projekte sind integrale Bestandteile der geplanten Transformation des Standortes hin zum „Shell Energy and Chemicals Park Rheinland“ inklusive einem Energy Campus, für die das Unternehmen aktuell Partner sucht.

„Die Rheinland Raffinerie ist Motor und Herzstück der Shell Aktivitäten in Deutschland und wird eine Schlüsselrolle spielen, um die Produkte bereitzustellen, die sich zusehends von unserem heutigen rohöldominierten Angebot unterscheiden und mehr und mehr zu regenerativen Lösungen wie synthetischen und Biokraftstoffen sowie grünem Wasserstoff wandeln werden“, erklärt Raffineriedirektor Dr. Marco Richrath.

Synthetische Kraftstoffe gelten als Hoffnungsträger, um den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) vor allem in der Luftfahrt in den kommenden Jahrzehnten drastisch zu reduzieren. Hierzu soll die PTL-Anlage einen Beitrag leisten: Sie würde bei der Produktion von Kerosin sowie von Rohbenzin (Naphtha), die CO2-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Produkten um mehr als 80% reduzieren. Neben grünem Strom sollen Holzreststoffe als Biomasse für die Produktion eingesetzt werden. Baubeginn der PTL-Anlage könnte 2023, Inbetriebnahme Ende 2025 sein. Die Kapazität würde zunächst jährlich etwa 100.000 Tonnen betragen.

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Die 10-MW-PEM-Wasserstoff-Elektrolyse (Polymer-Elektrolyt-Membran) im Werk Wesseling mit dem Projektnamen Refhyne ist derzeit im Bau und soll im Sommer 2021 als eine der weltweit ersten Anlagen zur Produktion von grünem Wasserstoff in Betrieb gehen

Shell in Deutschland will sein Geschäft mit fortschreitender Energiewende umbauen. Dazu hat Shell einen entsprechenden Plan ntworfen, wie das Unternehmen in Deutschland die eigenen Treibhausgasemissionen und jene, die entstehen, wenn Kunden Shell Produkte verbrauchen, binnen eines Jahrzehnts um über ein Drittel senken oder kompensieren könnte. Dabei spielt die Raffinerie eine Schlüsselrolle.

Dr. Fabian Ziegler, Vorsitzender der Geschäftsführung Shell Deutschland Oil, erklärt: „Wir werden die Mobilität in Zukunft nur erhalten können, wenn diese nachhaltiger gestaltet wird und die Verkehrsteilnehmer auf der Straße, zu Wasser und in der Luft Emissionen signifikant senken können. Um dies zu ermöglichen, wird und muss sich das Produktportfolio des Standortes deutlich ändern.“

Ihren Wandel möchte Shell als Partner von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Rheinischen Revier vorantreiben. Die Zusammenarbeit soll von Dienstleitungen über stoffliche und energetische Integration bis hin zu Joint-Venture-Anlagen reichen. In Wesseling soll zudem ein Energy Campus entstehen, auf dem Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen und weitere Player aus dem Energiewende-Bereich gemeinsam mit Shell innovative Ideen vorantreiben.

Source: Shell, Pressemitteilung, 2021-02-26.

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