7 Oktober 2004

GKL-Jahrestagung bei C.A.R.M.E.N. e.V.

Die Gesellschaft für Kunststoffe im Landbau (GKL) tagte am 05. und 06. Oktober bei C.A.R.M.E.N. in Straubing. Themenschwerpunkt der diesjährigen GKL-Tagung war der Einsatz von biologisch abbaubaren Mulchfolien und Pflanztöpfen. In den Vorträgen wurden neben Erfahrungsberichten auch Mess- und Prüfverfahren für die biologische Abbaubarkeit sowie deren Zertifizierung angesprochen. In einem zweiten Vortragsblock wurden die Möglichkeiten für die Beheizung von Gewächshäusern mit Holz oder Biogas dargestellt und diskutiert.

Der zweite Tag der Veranstaltung begann mit einer Führung durch die Dauerausstellungen “Nachwachsende Rohstoffe – Von der Pflanze zur Nutzung” sowie die Biomasseheizungs-Ausstellung, die sich beide im Schulungs- und Ausstellungszentrum des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe befinden. Anschließend fuhren die Tagungsteilnehmer nach Mitterfels, um das dort ansässige Biomasse-Heizwerk und die als größter Wärmeabnehmer angeschlossene Gärtnerei Hiendl zu besuchen.

VortragIn Mitterfels angekommen, präsentierte zunächst der Geschäftsführer der Biomasse-Heizwerk Mitterfels GmbH, Josef Simmel, das Biomasseheizwerk Mitterfels. Gerade als Luftkurort müsse man bei der Energieversorgung ein Zeichen für die Umwelt setzen, erklärte Simmel. Seit Oktober 1997 versorgen ein Biomassekessel mit 850 kW Nennleistung und ein im Bedarfsfall zuschaltbarer Heizölkessel über ein Nahwärmenetz das staatliche Forstamt, die Berufsfachschule, die Grund- und Hauptschule das Frei- und Hallenbad, die Gärtnerei Hiendl sowie weitere Gebäude mit umweltfreundlicher Wärme. Zahlreiche weitere Anlieger hätten Interesse an einem Anschluss, denn bei einer Vollkostenbetrachtung zeige sich, dass diese Möglichkeit ca. 25 Prozent günstiger sei, als die Investition in eine private Ölheizung, betonte Simmel.

HiendlNach einer Serie von Problemen mit der alten Ölheizung stand auch für die Gärtnerei Hiendl eine größere Investition in die Heizanlagen an, erläuterte Gärtnermeisterin Sigrun Hiendl den Tagungsteilnehmern. Seit Oktober 2000 bezieht der Familienbetrieb nun die Wärme für über 4.000 Quadratmeter Gewächshausfläche aus einem unscheinbaren Metallschrank im Keller, der Übergabestation des Nahwärmenetzes. Daneben steht noch immer der alte Ölkessel, der vorrangig für das eigene Sicherheitsgefühl da ist, denn im Notfall könnten die Gewächshäuser mit Öl beheizt werden. Auch ein Notstromaggregat hilft im Extremfall, die Heizungspumpen und alle weiteren wichtigen technischen Einrichtungen in Betrieb zu halten. Bisher sind jedoch keine Probleme aufgetreten, die Hiendls sind mit der Wärmeversorgung sehr zufrieden. Sogar die Aufheizzeit für die Gewächshäuser hat sich deutlich verkürzt, Siegrun Hiendl: “Wir haben uns umstellen müssen, da wir ja die Trägheit unserer ‘alten Heizung’ gewohnt waren!”

Im Jahr 2002 wurde die Produktions- und Verkaufsfläche der Gärtnerei deutlich erweitert. Durch den erhöhten Wärmebedarf der zusätzlichen, neuen Gewächshäuser ist auch eine Erweiterung des Biomasse-Heizwerks erforderlich. Damit auch zukünftig möglichst viel Wärme durch Holz über das Wärmenetz bereitgestellt werden kann und der Öl-Spitzenlastkessel nur selten laufen muss, soll ein zweiter Biomassekessel im Biomasse-Heizwerk Mitterfels installiert werden.

Weitere Informationen:
C.A.R.M.E.N.
Dr. Ruth Brökeland
Schulgasse 18
94315 Straubing,
Tel.: 09421-960-300
E-Mail: [email protected]
Internet: www.carmen-ev.de

Source: Pressemitteilung des C.A.R.M.E.N. e.V. vom 2004-10-07.

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