19 Oktober 2020

Die grüne Verpackungsalternative

Biokunststofftool und Sonderthemenheft der Öko-Hersteller zu biobasierten Kunststoffen

aoel201009Lebensmittelverpackungen bedeuten Schutz und Erhalt von Qualität. Aber wie verpacken wir unsere Lebensmittel nachhaltig? Eine mögliche Antwort, die die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller e.V. (AöL) auf diese Frage gibt, lautet: mit biobasierten Kunststoffen. Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten Projekts haben die Öko–Lebensmittelhersteller das Internettool „Biokunststofftool“ weiterentwickelt und ein Sonderthemenheft über biobasierte Kunststoffe veröffentlicht.

Lebensmittelverpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen können solche aus Erdöl häufig ersetzen – bei nahezu identischer Optik und Haptik. Diese ökologisch sinnvolle und vielversprechende Verpackungsalternative hat die AöL im Projekt „Handlungsoptionen zum Einsatz von nachhaltig biobasierten Kunststoffen als Verpackungsmittel für Lebensmittel“ gemeinsam mit Verpackungsherstellern und Experten aus der Wissenschaft unter die Lupe genommen. Das „Biokunststofftool“ und ein Sonderthemenheft sind die Ergebnisse der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema.

Logo-Biokunststofftool-scaledUnternehmen, die sich für biobasierte Kunststoffverpackungen interessieren, brauchen verlässliche Informationen und klare Entscheidungshilfen. Das „Biokunststofftool“ der AöL, das über https://biokunststofftool.de/ zu erreichen ist, bietet all das. Ein Bewertungssystem für sechs wesentliche Stoffgruppen biobasierter Kunststoffe, Praxisbeispiele, Argumentationshilfen, eine Checkliste für den Entscheidungsprozess und eine interaktive Karte zu Umweltauswirkungen der Erdölförderung sind nur einige der Hilfsmittel des Tools. Unternehmen können so ganz unkompliziert die für sie ideale Biokunststoff-Verpackung finden. Projektleiter Brunhard Kehl ist sich sicher, dass Biokunststoffe in Zukunft Teil von nachhaltigen Verpackungslösungen sein können: „Wenn es gelingt, den Weg des Klimaschutzes und der Ressourcenschonung in Form von Kreislaufwirtschaft ernsthaft zu gehen, dann sehe ich gute Chancen für biobasierte Kunststoffe.“

Kunststoff und Bio – wie passt das zusammen?

Einer Antwort auf diese grundlegende Frage nähern sich die 15 Autoren des 47-Seiten umfassenden Sonderthemenhefts unter dem Titel „Kann denn Kunststoff Bio sein?“ von ganz unterschiedlichen Seiten.

Mit Lebensmittelherstellern, Verbandsmitarbeitern, Beratern, Wissenschaftlern und Entsorgungsunternehmen, aber auch Verantwortlichen für Qualität, Marketing und Nachhaltigkeit hat ein interdisziplinäres Team Vorteile und Kritikpunkte in Bezug auf Biokunststoffe beleuchtet. Die Autoren haben sich in Artikeln, Praxisbeispielen und Interviews mit der Herstellung, Nutzung, Entsorgung und Kommunikationsaspekten von Kunststoffverpackungen auf Bio-Basis befasst.

Das Heft zeigt, dass keine allgemeingültige Antwort auf die oben gestellte Frage möglich ist, denn schon der Begriff Bio erschwert die Antwort. Bio hat in Bezug auf Lebensmittel eine andere Bedeutung, als im Kontext der biobasierten Kunststoffe – hier geht es nämlich um den biologischen Ursprung, während Bio in der Lebensmittel-Branche über die Bio-Verordnung klar als Produktionsmethodik definiert ist. Dass biobasierte Kunststoffverpackungen für Lebensmittel aber eine gute Verpackungslösung sein können, die genutzt und praktisch erprobt werden sollte, das wird im AöL-Sonderthemenheft deutlich. Denn nur so kann sich der Stand der Wissenschaft weiterentwickeln und das Material stetig an die Anforderungen in der Praxis angepasst werden.

„Akteure der Bio-Branche, die ihren Pioniergeist und ihre Offenheit gegenüber neuen Lösungen schon oft bewiesen haben, können Vorreiter sein und nachhaltige Bio-Lebensmittel überall dort, wo es sinnvoll machbar ist, in ebenso nachhaltige, biobasierte Kunststoffe verpacken.“, so Dr. Alexander Beck, geschäftsführender Vorstand der AöL.

 

Material: Sonderthemenheft und Fotos

Das Themenheft, das digital veröffentlicht wurde, steht auf der Webseite der AöL als kostenlose PDF-Datei zum Abruf bereit.

Source: AöL, Pressemitteilung, 2020-09-01.

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