5 Januar 2021

Braskem: Kooperation mit Encina beim PP-Recycling

Neues Recyclingwerk mit bislang ungewissem Standort soll jährlich rund 175.000 Tonnen verschiedener Kunststoffabfälle zu 90.000 Tonnen Rezyklat verarbeiten

Der brasilianische Kunststoffkonzern Braskem kooperiert künftig mit der US-amerikanischen Encina Development Group beim Recycling von Polypropylen (PP).

Das gab Braskem dieser Tage in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach beteiligt sich Braskem an der von Encina geplanten Errichtung eines neuen Recyclingwerks, für das im ersten Halbjahr 2021 der Grundstein gelegt werden soll. Der Komplex soll zunächst über Kapazitäten für die Verarbeitung von jährlich rund 175.000 Tonnen verschiedener Kunststoffabfälle zu 90.000 Tonnen Rezyklat verfügen. Langfristig ist der Ausbau auf eine Jahreskapazität von bis zu 350.000 Tonnen Abfall vorgesehen.

In der Anlage soll ein von Encina entwickeltes Verfahren zur katalytischen Pyrolyse von Kunststoffabfällen genutzt werden. Braskem will das Projekt u.a. beim Aufbau der erforderlichen Logistik, der Gewährleistung der Produktqualität und den entsprechenden Zertifizierungen unterstützen. Die Brasilianer planen insbesondere die Verarbeitung der gewonnenen PP-Rezyklate und kündigen dafür bereits den Abschluss einer langfristigen Liefervereinbarung an.

Zum genauen Standort des neuen Recyclingkomplexes wurden in der Aussendung keine Angaben gemacht, auch zum Investitionsvolumen liegen keine Informationen vor. Encina hat ihren Sitz in The Woodlands im US-Bundesstaat Texas, in dem Braskem drei PP-Anlagen an den Standorten La Porte, Freeport (Oyster Creek) und Seadrift betreibt.

Braskem gilt als größter Polyolefin-Produzent in Nord- und Südamerika. Der Konzern hat seine Zentrale in São Paulo und beschäftigt an insgesamt mehr als 40 Produktionsstandorten in Brasilien, den USA, Mexiko und Deutschland rund 8.000 Mitarbeiter. Für das Geschäftsjahr 2019 berichtet Braskem ein EBITDA von 7,8 Mrd. BRL (1,2 Mrd. Euro) aus Umsätzen in Höhe von 52,3 Mrd. BRL (8,2 Mrd. Euro).

Der brasilianische Konzern hatte erst vor wenigen Wochen mit neuen Nachhaltigkeitszielen sein langfristiges Engagement zur Reduzierung von Kunststoffabfällen und sein Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft bekräftigt (siehe auch plasticker-News vom 16.11.2020).

Source: Plasticker, 2020-12-15.

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