21 April 2006

Zweite hessische Ethanol-Tankstelle in Betrieb genommen

Regierungspräsidium ersetzt Dienstfahrzeugflotte durch 42 Ford Focus FFV

Die erste Bioethanol-Tankstelle im Bereich des Regierungspräsidiums Mittelhessen wurde gestern vom Hessischen Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel an der Hohen Straße 1 in Wetzlar-Dalheim auf dem Gelände der dortigen Avia-Tankstelle – Betreiber ist Alfred Kuehmichel – offiziell in Betrieb genommen. Es ist die hessenweit zweite Tankstelle, nachdem im Dezember letzten Jahres in Bad Homburg eine Füllstation in Betrieb genommen worden war.

Neben dem Minister waren Regierungspräsident Wilfried Schmied, der Erste Kreisbeigeordnete Wolfgang Hofmann, Oberbürgermeister Wolfram Dette, der heimische Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer (CDU), Hans-Georg Wagner vom Hessischen Bauernverband sowie eine größere Zahl weiterer Besucher erschienen.

Die konzentrierte Anwesenheit lokaler Polit-Prominenz hatte seinen Grund: Noch in diesem Jahr wird das Regierungspräsidium im Rahmen der anstehenden Modernisierung seiner Dienstfahrzeugflotte 42 dieselbetriebene Fahrzeuge durch 42 neue Autos der Marke Ford Focus ersetzen, die sämtlich mit Bioethanol angetrieben werden.

Minister Dietzel lobte dieses Vorhaben, das zu Einsparungen wegen des günstigeren Treibstoffpreises und zu einer Entlastung der Umwelt – der klimaschonende Biokraftstoff leistet einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Treibhausgase – führen werde, als unbedingt nachahmenswertes Beispiel.

Mit der Bioethanol-Zapfsäule bei Avia in Wetzlar – wenige hundert Meter von der B 49 entfernt – steht dann auch die erforderliche Tankstelle im RP-Bereich zur Verfügung.

“Der Alkoholsprit Bioethanol ist ein Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen, der hierzulande aus Getreide, Mais, Zuckerrüben und durch die Umwandlung von Stroh und Holz gewonnen werden kann”, erläuterte Minister Dietzel. Mit dem nachwachsenden Rohstoff Bioethanol werde den Verbrauchern eine Alternative zum fossilen Brennstoff Öl angeboten.

Laut Hans-Georg Wagner vom Hessischen Bauernverband stehen die hessischen und deutschen Landwirte bereit und sind auch in der Lage, große Mengen des für die Gewinnung von Bioethanol benötigten biologischen Rohstoffes zu produzieren. Dies mit der positiven Folge, dass nahezu die gesamte Wertschöpfung in der Region oder im zumindest im Lande bleibe.

Und Wetzlars Oberbürgermeister Wolfram Dette sieht in der Möglichkeit, nun in Mittelhessen Bioethanol tanken zu können, auch ein Argument beim Neukauf eines Fahrzeuges oder für die Umrüstung eines vorhandenen Autos, was schon in der Größenordnung von wenigen Hundert Euro zu machen sei.

Dette hofft, dass zahlreiche Arbeitgeber, öffentliche und privatwirtschaftliche, sowie auch viele private Kraftfahrer dem Vorbild des Regierungspräsidiums folgen und auf Bioethanol umsteigen.

(Vgl. Meldung vom 2005-12-06.)

Source: Gelnhäuser Tageblatt vom 2006-04-21.

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