6 Mai 2007

Zur Verwendung des Kyrill-Sturmholzes in NRW und anderswo

Dass im Zeitalter globaler Handelsströme so ziemlich alles im- oder exportiert wird, ist bekannt. Dass die deutsche Forst- und Holzwirtschaft mittlerweile in hohem Maß Rund- und insbesondere Schnittholz ausführt, wissen nicht viele. So finden Sauerländer Kyrill-Fichten Anwendung in französischen Dachstühlen, im amerikanischen Hausbau oder stehen als breites Sortiment in den Baumärkten des Ruhrgebietes.

Besonders die Baumart Fichte litt unter dem Orkan Kyrill, der in NRW mit 16 Mio. Kubikmetern den vierfachen Jahreseinschlag verursachte. Dabei wurden über 90 Prozent der Bäume mit der Wurzel geworfen, der Rest durch den Orkan abgebrochen. Dieses gebrochene Holz ist nur eingeschränkt verwertbar. Das Wurfholz dagegen kann normal verarbeitet werden. Mehrere 100 Holztransporter beliefern momentan Sägewerke sowie die Papier- und Plattenhersteller mit einem gefragten und hochwertigen Rohstoff.

Schnittholz3_klein.jpgDessen vielfältige Verwendungsmöglichkeiten und Warenflüsse hat unlängst auch der neue Landeswaldbericht des Umweltministeriums unterstrichen. Der Holzbedarf wächst stetig, wobei die NRW-Forst- und Holzwirtschaft nicht nur die heimischen Märkte sättigt, sondern zunehmend auch internationale Abnehmer mit Holzprodukten versorgt.

Wissenschaftler prognostizieren den weltweiten Holzbedarf (ohne energetische Verwertung) im Jahr 2010 auf 1,88 Mrd. Kubikmeter. Das Kyrill-Sturmholz ist demnach in eine Phase intensiver Holznachfrage geweht worden. Das nutzt den Waldbesitzern und den verarbeitenden Betrieben im Land. Mit mehr als 89.000 Arbeitsplätzen und einem Umsatz von 17,3 Mio. Euro ist die Holzwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsbereich in NRW.

Die Sägeindustrie übernimmt noch vor der Papier- und Holzwerkstoffindustrie die wichtigste Funktion bei der Verwertung des Sturmholzes. Das in den heimischen Werken produzierte Schnittholz wird zunehmend nach Fernost und in die Vereinigten Staaten verschifft. So übertrafen die deutschen Lieferungen nach Amerika in 2006 nochmals die Mengen des Vorjahres um 10 Prozent und lagen bei 2,2 Mio. Kubikmetern.

Auch europäische Länder wie Frankreich, Italien und die Niederlande nutzen den enormen Holzvorrat deutscher Wälder, den auch der schwere Orkan in NRW nur um 7 Prozent schmälern konnte. In nordrhein-westfälischen Sägewerken werden jährlich etwa 1,2 Mio. Kubikmeter Schnittholz produziert, von denen über 30 Prozent als vielseitiges Bau- und Konstruktionsholz sowie als Ver-packungsmaterial in den Export gehen.

Der Landeswaldbericht 2007 mit weiteren Angaben zur Forst- und Holzwirtschaft und den Funktionen des Waldes in NRW kann hier herunter geladen werden (PDF-Dokument, ca. 4,5 MB).

(Vgl. Meldungen vom 2007-04-02 und 2006-11-30.)

Source: Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein Westfalen, 2007-04-03.

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