9 Juni 2008

Zunahme großer Pelletheizungen

Immer mehr Kommunen, Gewerbe- und Industriebetriebe nutzen Holzpellets

Die Zahl der Pelletsheizanlagen mit Nennleistungen von mehreren hundert Kilowatt nimmt zu: Immer mehr Kommunen, Gewerbe- und Industriebetriebe entscheiden sich dafür, Holzpellets zu nutzen. Gründe sind zum einen der Preisvorteil von Pellets gegenüber fossilen Brennstoffen. Da die spezifischen Investitionskosten pro Kilowatt Nennleistung bei höheren Kesselleistungen sinken, amortisieren sich die großen Anlagen recht schnell. Zum anderen spielt das bundesweit geplante Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in Deutschland eine Rolle.

Um Auslegungsfehler der Pelletsgroßanlagen zu vermeiden, sind Fachinformationen aus der Praxis wichtig – gerade für Planer der Technischen Gebäudeausrüstung sowie Architekten. Hier helfen Fortbildungsmaßnahmen und aktuelle Informationen zum Stand der Pelletstechnik. Die internationale Fachmesse Interpellets 2008 bietet einen Überblick über das aktuelle Produkt- und Dienstleistungsangebot der Pelletstechnik: Eine Informationsplattform rund um Holzpellets. Die Interpellets 2008 findet vom 29. bis 31. Oktober in der Neuen Messe Stuttgart statt.

Hohes Potenzial für Pelletsgroßanlagen in Industrie- und Gewerbegebäuden
Immer mehr Betriebe und öffentliche Einrichtungen entscheiden sich für Holzpellets und gegen fossile Brennstoffe. Gerade für Gebäudetypen wie beispielsweise Sportmehrzweckhallen, Schwimmbäder oder Gewächshäuser von Gärtnereien mit ihrem über das gesamte Jahr relativ konstant hohen Wärmebedarf (Grundlastanteil) sind Pellets eine interessante Alternative. Rund ein Drittel des deutschen Energiebedarfs zur Erzeugung von Warmwasser und Raumwärme wird in öffentlichen, industriellen und gewerblichen Gebäuden genutzt – ein attraktiver Markt für Pelletsgroßanlagen. Auch europaweit besteht ein hohes Potenzial für Pelletsanlagen, deren Nennleistung größer als 100 Kilowatt ist. “Pelletsheizungen sind gerade für Unternehmen mit hohem Energieverbrauch interessant, da die spezifischen Investitionskosten für die Kessel der Großanlagen pro Kilowatt Nennleistung abnehmen”, sagt Horst Dufner von der Solar Promotion GmbH in Pforzheim, Veranstalter der Fachmesse Interpellets, Europas größter Fachmesse ausschließlich für Pelletstechnik. Im Vergleich zum Ölkessel fielen bei der Investition in eine Pelletsgroßanlage zwar deutlich höhere Kosten an, die sich im Laufe der Jahre aber durch die im Vergleich zu fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas niedrigeren Brennstoffkosten amortisierten, so Dufner weiter.

Beispielhafte Großanlagen mit Holzpellets in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Beispiele gibt es allein im deutschsprachigen Raum unzählige: In Deutschland sparte eine Gärtnerei in Fußstätt bei Wasserburg am Inn nach dem Einbau einer 1,6 Megawatt großen Pelletsheizung in einer einzigen Heizperiode bereits über 40.000 Euro Heizkosten im Vergleich zur alten Ölheizung ein. In Langendorf im Schweizer Kanton Solothurn ging im Juli vergangenen Jahres ein 800-Kilowatt-Pelletskessel in Betrieb – der bislang größte in der Schweiz. Dieser beheizt per Nahwärmeverbund vier Schulhäuser, zwei Turnhallen und das Gemeindehaus. Der österreichische Bauträger Salzburger Wohnbau hat bereits vor zehn Jahren Pelletskessel in seine Immobilien einbauen lassen. Schon lange versorgen in Österreich Pelletsgroßanlagen über sogenannte Mikronetze mehrere Häuser gleichzeitig mit Wärme. Wichtig ist jedoch die exakte Planung und Auslegung der großen Heizanlagen. Die internationale Fachmesse Interpellets bietet Planern der Technischen Gebäudeausrüstung sowie Architekten ein umfangreiches Angebot hinsichtlich der aktuellen Produkte, technischen Lösungen und Dienstleistungen rund um Holzpellets.

Kessel und Lager nicht zu groß dimensionieren
“Großanlagen müssen gut geplant und umgesetzt werden. Hier sehen wir branchenweit einen hohen Informationsbedarf bei Planern”, stellt Horst Dufner fest. Kesselleistung und Pelletslager dürften nicht zu groß ausgelegt sein, da die Anlage sonst nicht wirtschaftlich betrieben werden kann, so Dufner. Auch die Brennstofflogistik müsse durchdacht sein: “Eine Pelletsgroßanlage verbraucht ein Mehrfaches des Jahresbedarfs eines normalen Einfamilienhauses – in viel kürzeren Zeitabschnitten. Insofern müssen Anlieferzone, Anlieferzeit sowie Lieferturnus bereits bei der Planung beachtet werden”, erklärt Dufner.

Mit Holzpellets bereits heute auf der sicheren Seite: geplante Nutzungspflicht erneuerbarer Energien
Für den Ausbau der Pelletsgroßanlagen in Deutschland spielt künftig das geplante Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) eine tragende Rolle. Es beinhaltet eine Nutzungspflicht für erneuerbare Energien bei gewerblich genutzten Neubauten. “Kommunen, die Immobilienbranche sowie Gewerbe- und Industriebetriebe sind mit der Nutzung von Holzpellets auf der sicheren Seite und erfüllen schon heute die geplanten gesetzlichen Anforderungen des künftigen Wärmegesetzes”, betont Horst Dufner.

(Vgl. Meldungen vom 2008-06-04 und 2008-03-04.)

Source: Interpellets, Pressemitteilung, 2008-06-05.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email