20 Juli 2005

Zukunftsperspektiven für Biogas und Brennstoffzelle

Landeszuschuss für Hochtechnologie im Kompostwerk Leonberg

Ein großes Brennstoffzellenprojekt im Kompostwerk Leonberg wird als Demonstrationsvorhaben vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg mit einem Zuschuss in Höhe von 350.000 Euro gefördert. Dies teilte Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) gestern in Stuttgart mit.

Der Landkreis führt auf dem Gelände des Kompostwerks zwischen Autobahn und Frauenkreuz eine neuartige Technologie ein, um das dort gewonnene Biogas in Strom und Wärme umzuwandeln. Dabei kommt erstmals in einem solchen Umfeld eine Hochtemperatur-Brennstoffzelle zum Einsatz. Biogas und Brennstoffzelle sollen nun Strom und Wärme liefern.

“Auf Grund der besonders effizienten Stromerzeugung in der Brennstoffzelle sind die Zukunftsperspektiven für diese Technologie so gut, dass dieses Vorhaben ein Modell für zahlreiche andere vergleichbar gelagerte Fälle darstellt”, erklärte Ernst Pfister. Das Vorhaben sei als bundesweites “Leuchtturmprojekt” anzusehen, so der Minister. Davon werde wiederum die baden-württembergische Forschungslandschaft profitieren. “Zudem ist es ein wichtiges Signal für die Wirtschaft, dass das Land den praktischen Einstieg in diese wichtige Zukunftstechnologie fördert und unterstützt”, so Ernst Pfister. Die Bedeutung des Vorhabens zeigt sich auch daran, dass der RWE-Konzern bereit ist, im Versorgungsgebiet der EnBW zu investieren.

Die Technologie der zum Einsatz kommenden Schmelzkarbonat-Brennstoffzelle basiert maßgeblich auf Arbeiten der MTU Friedrichshafen. In das Vorhaben sollen sowohl das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Stuttgart als auch das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung in Ulm eingebunden werden. Auch die Forschungsallianz wird das Vorhaben begleiten. Damit soll sichergestellt werden, dass die praktischen Erkenntnisse aus der Brennstoffzellentechnik als Wissen unmittelbar zurückfließen.

“Mit der Demonstrationsanlage sollen die verschiedenen Möglichkeiten dieser viel versprechenden Entwicklung im praktischen Einsatz dargestellt werden”, so Wirtschaftsminister Ernst Pfister. Bisher friste die Brennstoffzelle eher ein Nischendasein in der Raumfahrt und Militärtechnik. Gerade wegen der besonders effizienten Energieumwandlung seien jedoch die Perspektiven ganz hervorragend – wie auch Automobilhersteller wie DaimlerChrysler zeigen. “Brennstoffzellen werden in Zukunft in allen Sektoren der Energiewandlung anzutreffen sein. Die Bandbreite geht dabei vom Handy bis zum Kraftwerk”, so Pfister.

(Vgl. Meldung vom 2005-06-08.)

Source: Leonberger Kreiszeitung vom 2005-06-19.

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