29 August 2007

Züchter besorgt um Rapsversorgung 2008

Geringere Rapsaussaat trotz guter Marktaussichten?

Auch wenn die Marktaussichten für Rapssaat gut sind, wird für die Ernte 2008 in Deutschland voraussichtlich weniger Raps ausgesät als im Vorjahr. Die wiederholten Niederschläge in den vergangenen Wochen ließen eine zügige Bestellung der Äcker vielfach nicht zu, ergab eine bundesweite Umfrage der Agrarzeitung Ernährungsdienst. Bei rasant steigenden Getreidepreisen wächst die Konkurrenz für den Rapsanbau. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) appelliert an die Landwirte, den Rapsanbau nicht einzuschränken.

Viele Händler gehen davon aus, dass die Anbaufläche für Raps in Norddeutschland um 10 Prozent reduziert wird. Weiter berichtet der Ernährungsdienst, dass auch EU-weit eine vergleichbare Verringerung der Aussaatflächen erwartet wird.

In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen wird von einem Rückgang des Rapsanbaus in Höhe von 10 bis 12 Prozent ausgegangen, in Hessen mit einer stabilen Fläche oder sogar einer Ausweitung des Anbaus gerechnet. Auch in Baden wird von stabilen Anbauverhältnissen ausgegangen.

Währenddessen wird Rapssaat weiterhin zu hohen Preisen gehandelt. Am 28. August lag der Handelsmonat Mai an der Matif bei 338,50 €/t. Der Maitermin 2008 stieg um 4,50 € auf 344,50 €/t.

Appell der UFOP: Rapsanbau nicht einschränken!
Die UFOP ist bereits besorgt um die Rapsversorgung im kommenden Jahr. Europaweit wird die Getreidefläche angesichts der hohen Preise stark ansteigen, was zu einem deutlichen Rückgang der Rapsanbaufläche führt. Dies wird im nächsten Jahr einen noch weiter ansteigenden Rapspreis zur Folge haben.

Die Rapsproduktion wird aufgrund des Anbaurückgangs zur Ernte 2008 europaweit erheblich geringer ausfallen als erwartet. Zudem herrschen in einigen osteuropäischen Ländern, die in den vergangenen Jahren den Rapsanbau erheblich ausgeweitet haben, zurzeit sehr trockene Verhältnisse. Dadurch wird die laufende Aussaat erschwert, was vermuten lässt, dass auch hier die Anbaufläche für Raps sinken wird. Das zusammengenommen wird zu weiter steigenden Rapspreisen führen. Das bestätigte auch Th. Mielke, Oilworld Hamburg und begründete dies mit dem steigenden Biodieselverbrauch in Europa.

So wird z.B. in Frankreich die gesetzliche Zumischquote für Biodiesel von zurzeit 3,5% per 01.01.08 auf 5,75% erhöht. Das alleine führt schon zu einem Mehrverbrauch von ca. 0,9 Mio. t Biodiesel. Mielke führte als weiteren Faktor für steigende Rapspreise die sehr schlechte Sonnenblumenernte in Osteuropa und damit die Unterversorgung des Marktes mit Sonnenblumenöl im Speiseölmarkt aus.

Die zurzeit sehr hohen Getreidepreise sollten nach Einschätzung der UFOP nicht dazu führen, den Raps in der Fruchtfolge zu reduzieren. Die Vorzüglichkeit des Rapses bleibt durch seinen hohen Vorfruchtwert in Zukunft erhalten und wird aufgrund der steigenden Erlöse weiter erhöht.

Die in der UFOP zusammengeschlossenen deutschen Rapszüchter informieren, dass mit den neuen und modernen Rapssorten eine sichere Aussaat auch in der ersten Septemberdekade noch möglich ist.

(Vgl. Meldung vom 2007-08-17, 2007-08-06 und 2007-07-09.)

Source: Ernährungsdienst, 2007-08-29 und UFOP e.V., Pressemitteilung, 2007-08-24.

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