9 Juli 2007

ZMP: Raps weltweit knapp

Engere Versorgungsbilanz auch bei Soja- und Palmöl

Die Rapsernte steht vor der Tür. In Frühgebieten wurden bereits die ersten Partien gedroschen, doch der Regen sorgte erst einmal für Unterbrechung. Das gibt wieder Zeit, die Vermarktung zu planen. Aufgrund der großen Nachfrage nach Raps zur Ölherstellung und der sehr festen Kurse aus Übersee setzten sich im laufenden Wirtschaftsjahr die Preise deutlich nach oben ab. Nun – so kurz vor dem erntebedingten Angebotsschub – stockt die Vermarktung. Das ist nicht verwunderlich, da bereits umfangreich Vorverträge abgeschlossen wurden. Zuletzt tendierten die Preise wieder etwas schwächer, der August-Termin an der Matif sank nach dem Jahreshöchststand am 18. Juni 2007 von 284,25 Euro je Tonne auf 280,25 Euro gegen Ende Juni.

Insgesamt bleibt die Versorgungslage mit Raps weltweit knapp und auch Sojabohnen werden 2007/08 nicht mehr so reichlich offeriert wie noch im Vorjahr. Ebenfalls eine sehr enge Versorgungsbilanz weist Palmöl auf und dürfte damit die Preise anderer Pflanzenöle wie schon in der Vergangenheit stützen. Dies und die Aussicht auf eine steigende Nachfrage könnten auch in Europa, wo ja eine größere Rapsernte als im Vorjahr erwartet wird, mittelfristig durchaus wieder steigende Preise nach sich ziehen. Doch auch das Gegenteil ist denkbar, denn in Deutschland greift ab dem 1. Januar 2008 die zweite Stufe der Biokraftstoffbesteuerung. Infolge dessen könnte der Rapsölabsatz zur Biodieselherstellung hierzulande weiter zurückgehen und Druck auf die Rohstoffpreise ausüben.

Die Aussicht auf eine international knappe Versorgung führte bereits zu sehr hohen Terminkursen für Raps der Ernte 2008. An der Matif wurden am 18. Juni 2007 Spitzenwerte von 290 Euro je Tonne ex Ernte 2008 erreicht. Rapserzeuger in Mecklenburg-Vorpommern und anderen Regionen schlossen bereits Vorkontrakte um 270 Euro je Tonne ab. Über die Terminbörsen haben Anbieter von Raps zusätzlich die Möglichkeit, das Preisniveau abzusichern. Auf Basis der Terminmarktkurse stünde dann auch einer Ausweitung der Winterrapsfläche zur Ernte 2008 nichts mehr im Wege. Mit einer fundierten Preisabsicherung können Ackerbauern auch den Preiseinflüssen aus Übersee gelassener gegenüberstehen.

(Vgl. Meldungen vom 2007-06-22, 2007-06-04 und 2007-05-05.)

Source: ZMP Zentrale Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH, 2007-07-04.

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