17 Februar 2009

Zertifizierungssystem für nachhaltig erzeugte Biomasse nimmt Form an

BMELV präsentiert Ergebnisse der "International Sustainability and Carbon Certification"

Am 17. Februar wurden die ersten Ergebnisse des vom BMELV seit 2008 geförderten Pilotprojekts “International Sustainability and Carbon Certification” (ISCC) zur Zertifizierung von nachhaltiger Biomasse in Berlin vorgestellt. “Bereits heute importieren wir einen Teil der Biomasse für Biokraftstoffe. Zukünftig soll der Einsatz von Biomasse zur energetischen Nutzung nur noch gefördert werden, wenn sie nachweislich umweltverträglich hergestellt wurde”, betonte Staatssekretär Gert Lindemann.

Die Bundesregierung hatte im Zuge des Energie- und Klimapaketes Ende 2007 eine Nachhaltigkeitsverordnung erarbeitet, mit der sie Kriterien für eine nachhaltige Erzeugung von Biokraftstoffe festgelegt hat. Mit dieser Nachhaltigkeitsverordnung hatte Deutschland die Vorreiterrolle innerhalb der Europäischen Union (EU) übernommen. Die Europäische Kommission (EU-Kommission) hatte sich darauf hin entschlossen, einen eigenen Vorschlag vorzulegen und damit die nationale Verordnung im Notifizierungsverfahren angehalten.

Im Dezember 2008 haben sich das Europäische Parlament und der Europäische Rat auf den Inhalt der EU-Richtlinie zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen geeinigt, wobei sich die Kommission ein Stück weit an der deutschen Vorlage orientiert hat. Die Richtlinie, die unter anderem Nachhaltigkeitsregelungen zum Inhalt hat, wird voraussichtlich im März 2009 in Kraft treten.

“Ich begrüße das europäische Nachhaltigkeitsregelwerk, das neben einer nachhaltigen Landnutzung auch Sozialstandards verankert hat. Daher strebt die Bundesregierung auch eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der europäischen Regelungen an. Zur Nachhaltigkeitskontrolle ist es eine der vordringlichsten Aufgaben, entsprechende Zertifizierungssysteme im globalen Maßstab auf den Weg zu bringen”, erklärte Lindemann weiter.

Dabei soll die Nachhaltigkeit der Biomasse in allen Produktionsschritten lückenlos bis zum fertigen Biokraftstoff nachgewiesen werden. Daneben sollen auch die entstehenden Treibhausgasemissionen ermittelt werden. Ein wesentlicher Bestandteil des Pilotprojekts ist die enge Beteiligung von Umweltschutzorganisationen, Mineralölindustrie und Biomasseproduzenten.

Die Arbeiten des vom BMELV geförderten Pilotprojekts sind jetzt soweit gediehen, dass die Ergebnisse erster Zertifizierungen vorliegen. Die Veranstaltung “Nachhaltigkeit durch Zertifizierung sichern” soll einen Überblick über den Entwicklungsstand aufzeigen.

Weitere Informarionen
www.iscc-project.org

Source: BMELV, Pressemitteilung, 2009-02-17.

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