6 April 2004

Worst-Case-Szenario für Zucker

Der europäische Zuckerrübenanbau ist trotz günstiger natürlicher Standortbedingungen massiv gefährdet. Das stellte Prof. Dr. Volker Isermeyer auf der Tagung “Ackerbau 2025″ der Forschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig fest: “Die Brasilianer müssen nur den Schalter umlegen und könnten ihre Zuckerproduktion durch Umlenken der Äthanolerzeugung verdoppeln”, machte Prof. Isermeyer deutlich.

Gefahr drohe vor allem durch Änderungen an der bestehenden Zuckermarktordnung. Ein aktuelles “Worst-Case-Szenario” zeige, dass im Extremfall die mögliche Erzeugung in der erweiterten EU von derzeit rund 20 Mio. t auf 2 Mio. t bis 3 Mio. t im Jahr 2009 einbrechen könnte. Verantwortlich dafür seien mögliche Zuckerimportquoten für die Mercosurländer sowie für Isoglukose.

In dem Szenario würden weiter ein möglicher Wegfall von Reexporten in die Staaten Afrikas, der Karibik und des Pazifik (AKP) sowie ein Verbot der C-Zuckerausfuhren unterstellt, da beide Abflusswege in einem Panel der Welthandelsorganisation (WTO) auf dem Prüfstand stünden. Um den Zuckerrübenanbau in Europa halten zu können, müsse auf eine Lösung auf WTO-Ebene hingearbeitet werden, so der Wissenschaftler abschließend.

(Vgl. Meldung vom 2004-04-05.)

Source: dlz-agrarmagazin vom 2004-04-05.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email