2 September 1999

Workshop des “Naturfaserverbundes Brandenburg” / Hanfzellstoffwerk in Ortrand soll im Januar 2000 in Betrieb gehen

Im Rahmen des Workshops “Entwicklung gemeinsamer Wirtschaftsaktivitäten zwischen dem Land Brandenburg und Sachsen” in Groß-Düben am 02.09.1999 gab Karl-Heinz Hofmann bekannt, dass sein Hanfzellstoffwerk in Ortrand im Januar 2000 in Betrieb gehen werde. In den letzten Jahren hatten vor allem Probleme mit privaten Investoren den Betriebsbeginn im wieder verzögert. Der neue Investor aus Bayern brachte den endgültigen Durchbruch für die “Naturfaser Technologie Werke Ortrand”. Zunächst werden 25 Arbeitsplätze entstehen, bei vollem Betrieb bis zu 110.
Hofmann will 6.000 Tonnen Hanfzellstoff pro Jahr produzieren, wozu etwa 5.000 bis 6.000 ha Hanf benötigt würden. Pro Tag rechnet Hofmann mit einer Verarbeitungsmenge von 100 t Hanfstroh bzw. 30 t Faserwerg. Hofmann rief Anbauer und Erstverarbeiter auf, den zuätzlichen Bedarf für das Jahr 2000 einzuplanen. Außerdem werde dringend eine preiswerte Faseraufschlussanlage mit hohem Durchsatz (größer 5 t Hanfstroh/Stunde) benötigt. Der Schäbengehalt des Faserwergs sollte bei ca. 5% liegen.
Ins Gespräch gebracht wurde die neue Entwicklung von Professor Fürll (siehe auch Meldung vom 21.07.99), die hohen Durchsatz und vergleichsweise geringe Kosten verspricht. Fraglich ist, ob die Faserqualität ausreichen wird.
Auf dem vom “Naturfaserverbund Brandenburg” veranstalteten Workshop ging es vor allem um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen dem Spree-Neiße-Kreis (Brandenburg) und dem Niederschlesischen Oberlausitzkreis (Sachsen) auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe. “Seit mehreren Jahren beschäftigen sich Industrie und Landwirtschaft mit der Erzeugung und industriellen Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe. Die ersten Erfolge spiegeln sich in den gebildeten Wertschöpfungsketten wieder. Die ganzheitliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe, vom Anbau bis hin zum Recycling, sowie Festigung und Schaffung von Arbeitsplätzen, sind Grundprämissen.”
Etwa 60 Teilnehmer aus Brandenburg und Sachsen waren zu dem Workshop gekommen. Auf dem Podium diskutierten unter Leitung von Dr. Henschke (GF Naturfaserverbund Brandenburg) Vertreter der Landwirtschaftsministerien, regionalen Wirtschaftsförderungen und Unternehmen über Stand, Möglichkeiten der Zusammenarbeit und konkrete nächste Schritte. Ein besonderer Schwerpunkt war die Diskussion um die Umsetzung der “Machbarkeitsstudie” (siehe auch Meldung vom 03.03.99), die das nova-Institut für den Landkreis Spree-Neiße erstellt hatte.
Bei der begleitenden Ausstellung fielen vor allem die vielseitigen Produkten der Firma PROHADI auf, die allesamt aus Agrar-Sekundärrohstoffen hergestellt wurden, wie z.B. Trägermaterialien für den Floristikbereich.

Autor und Endredaktion: Michael Karus (nova)

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