11 Juli 2005

Wohin umsteigen: Pflanzenöl, Erdgas oder Bio-Diesel?

Soli fer hat sich für seinen Fuhrpark auf reines Pflanzenöl eingeschworen

Mehr als drei Millionen Kilometer mit Pflanzenöl im Tank ohne Motorschaden – das ist die überzeugendste Bestätigung für den Freiberger Solarfachmann Timo Leukefeld, dass er genau richtig lag, als er den gesamten Fuhrpark seiner Firma Soli fer auf reines Pflanzenöl umstellte. Reines Pflanzenöl unterscheidet sich erheblich vom herkömmlichen Bio-Diesel. Es ist preiswerter, nicht aggressiv gegenüber Kraftstoffleitungen bzw. Dichtungen und wird nicht an normalen Tankstellen verkauft.

Vor fünf Jahren hatte der Deutsche Solarpreisträger und Soli fer Geschäftsführer Timo Leukefeld mit der Umrüstung seines Fuhrparkes begonnen, weil es zu seiner Firmenphilosophie gehört, auch im eigenen Umfeld so viel wie möglich alternative Energiequellen zu nutzen. Im Vergleich aller Kraftstoffalternativen ist Pflanzenöl zum Beispiel bei den Kosten für 100 Kilometer mit Abstand am günstigsten. Das Spritgeld bleibt in Sachsen und schafft hier die Arbeitsplätze. Auch deswegen hat sich der Freiberger Timo Leukefeld in seiner Firma für diesen Kraftstoff entschieden.

Inzwischen sind alle Fahrzeuge von Soli fer umgerüstet und an einer Tankstelle muss auch keines mehr halten. Seit Jahren schon betanken seine Mitarbeiter die Autos auf dem Firmengelände aus einem großen Tank mit Pumpstation. Die eigene Tankstelle kostete rund 1000 Euro, das Pflanzenöl liefert eine Ölmühle ganz aus der Nähe.

“Die Umstellung hat sich für uns um ein Vielfaches rentiert”, resümiert Timo Leukefeld. “Doch diese Alternative muss nicht für jeden die beste sein; sie bietet sich vor allem für Vielfahrer und Firmenfuhrparks an. Wer weniger als 15.000 Kilometer im Jahr mit einem benzinbetriebenen PKW fährt, für den ist keine der Alternativen rentabel.”

Zusammen mit der Bergakademie und verschiedenen Firmen, die Autos umrüsten, hat der Ingenieur sämtliche momentan verfügbaren Kraftstoffalternativen nach diversen Parametern geprüft und mit Benzin und Diesel verglichen. Am Beispiel eines VW Golf IV werden unter anderem Kraftstoffverbrauch und -kosten, Steuern, Reichweite einer Tankfüllung, Leistung, Umrüstungskosten und Sicherheit von Fahrzeugen gegenübergestellt, die wahlweise mit Diesel, Bio-Diesel, Pflanzenöl, Benzin, Erdgas oder Autogas angetrieben werden. Aber berücksichtigt werden auch Aspekte wie Lagermöglichkeiten und ob die Einfahrt in ein Parkhaus gestattet ist. Für seine Gegenüberstellung hat Timo Leukefeld ausschließlich Zahlenmaterial von offiziellen Quellen benutzt, die im Anhang der Tabelle aufgeführt sind.

Tabelle

“So kann jeder selbst nachschauen und genau überlegen, welche Alternative zu Benzin oder Diesel für seine Zwecke die beste ist”, betont Timo Leukefeld. “Denn eines ist klar: Die Preise für Benzin oder Diesel werden auf jeden Fall steigen. Doch es geht uns nicht nur um Kostenersparnis, sondern auch um verantwortungsbewussten Umgang mit Naturressourcen.”

Source: www.sonnenseite.com vom 2005-07-08.

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