22 April 2009

Wo liegen die häufigsten Schwachstellen bei Biogasanlagen?

BHKW größter Störfaktor im Betrieb

Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) analysierte zwischen 2005 und 2008 31 landwirtschaftliche Biogasanlagen auf ihre technischen und prozessführenden Schwachstellen. Die Ergebnisse mit entsprechenden Handlungsempfehlungen sind im KTBL-Heft Nr. 84 zusammen gefasst – eine wichtige Hilfestellung für jeden Planer und Betreiber von Biogasanlagen.

Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR).

In den untersuchten Anlagen kam es durchschnittlich knapp 38 mal zu technischen oder prozessbedingten Ausfällen oder Problemen pro Anlage innerhalb des Gesamt-Untersuchungszeitraums von 52 Wochen. Die Begriffe “Ausfall” bzw. “Problem” umschreiben dabei eine ganze Bandbreite an Ereignissen, von der Verstopfung einer Förderpumpe bis hin zu Reparaturen und dem Austausch größerer Teile. Zur Behebung dieser Vorfälle wurden im Durchschnitt knapp 5.000 € Lohnkosten (für alle Vorfälle zusammen) pro Betrieb und Jahr aufgewendet. Mehraufwendungen für Material sind hierbei noch nicht berücksichtigt.

Die meisten Probleme betrafen die Blockheizkraftwerke (BHKW), den Feststoffeintrag, die Pumpen, die Rohrleitungen, die Schieber und die Rührwerke. Spitzenreiter bei der Schadensanfälligkeit ist eindeutig das BHKW. Die an den 31 Anlagen insgesamt installierten 52 BHKW waren allein für 45 Prozent aller dokumentierten Abweichungen vom Regelbetrieb verantwortlich.

An 12 Biogasanlagen traten außerdem Probleme im “Biogasprozess” auf. Insgesamt wurden in diesem Bereich 54 Problemfälle erfasst, die 11 mal die Bildung von Schwimmschichten und/oder Schaumbildung in Gärraum betrafen.
Ein Unterauftrag im Rahmen des Vorhabens befasste sich mit Leckage-Messungen, sowohl in Bezug auf Methan (CH4) – als auch auf andere Geruchsemissionen. Der in Stichproben ermittelte CH4-Austritt lag mit etwa 0,05 bis 0,08% der gesamten erzeugten Methanmenge deutlich niedriger als in der Literatur angegebene Werte.

Die Geruchsmessungen (olfaktorischen Messungen) wurden in fünf Betrieben durchgeführt. Die höchste Geruchsstoffkonzentration wurde mit 800 GE/m3 (Geruchseinheit pro Kubikmeter) an einer der Annahmegruben gemessen. Damit fiel die Geruchsbelastung der untersuchten Biogasanlagen insgesamt relativ gering aus. Entscheidende Faktoren für eine geringe Geruchsbelastung bei diesen Biogasanlagen sind die Sicherstellung einer hohen Silagequalität und ein hoher Abbaugrad des Materials. Zum Vergleich: An Abfallvergärungsanlagen wurden bereits Werte in Höhe von bis zu 121.000 GE/m3 ermittelt.

Weitere Informationen

Source: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Pressemitteilung, 2009-04-21.

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