22 April 2005

Wittinger Ölmühle will Produktion verdoppeln

Die Kapazität der Ölmühle derWittinger BioDiesel eG soll noch in diesem Jahr verdoppelt werden. Das nötige Eigenkapital ist bereits vorhanden. Gegenwärtig läuft die Planungsphase.

“Wir reagieren damit auf den stark wachsenden Markt in diesem Bereich. Weiter wollen wir die Wirtschaftlichkeit der Anlage verbessern”, sagte Karl Niebuhr vom Vorstand. Bisher werden im Wittinger Hafen rund 22.000 Tonnen Rapssaat zu rund 8.000 Tonnen heiß gepresstem Rapsöl und 14.000 Tonnen Rapskuchen pro Jahr verarbeitet. Eine Verdopplung der Produktion bedeutet, dass täglich rund 130 Tonnen Rapssaat gepresst werden. Das sind drei Lastzüge voll Rapskuchen und zwei Tankwagen voll Öl, die von Wittingen aus dann pro Tag zu den Abnehmern auf die Reise gehen.

Nach der Begrenzung der Dieselrückvergütung in der Landwirtschaft auf 10.000 Liter pro Betrieb fragen immer mehr Bauern nach Biodiesel und nach kalt gepresstem Rapsöl. Viele mischen mit Normal-Diesel, andere stellen ihre Technik teilweise voll auf Biodiesel oder Pflanzenöl um. Da kalt gepresstes Öl besser als Kraftstoff geeignet ist, wird die zweite Linie auch eine Kaltpressanlage sein. “Schon heute haben wir fast täglich Anfragen nach diesem Öl”, so Vertriebsleiter Rüdiger Lange.

Aber auch der Rapskuchen erfreut sich wachsender Beliebtheit. Als Eiweißfuttermittel für Rinder wird er neben den klassischen Komponenten Soja- und Rapsextraktionsschrot zunehmend eingesetzt. Rund ein Drittel der Produktion wird bereits direkt mit Landwirten und Genossenschaften aus der Region gehandelt. Auch Landwirt Manfred Backmeister aus Gannerwinkel (Landkreis Gifhorn) gehört zu den Abnehmern. Wie viele seiner Berufskollegen stand er dem Rapskuchen zu Anfang etwas verhalten gegenüber. Es gab keine Erfahrungen damit, teilweise setzten auch Futtermittelberater weiter auf Altbewährtes. Doch Backmeister wollte raus aus den “eingefahrenen Gleisen”, hatte er doch aus anderen Regionen nur Positives über das energiereiche Eiweißfuttermittel gehört.

Die anfängliche Skepsis ist längst überwunden. Euphorie hat sich breit gemacht. Statt des viel teuren 50:50-Soja-Rapsschrot-Gemisches füttert Backmeister seiner 60-köpfigen Herde seit über einem Jahr Rapskuchen. Rund 1,5 Kilogramm pro Kopf und Tag mischt er dem Gras- und Maissilagegemisch unter. “Ich habe kein Gramm Milch weniger. Die Milchwerte sind alle topp”, freut er sich.

Wittinger BioDiesel eG 
Tel.: 05831-25 18 36
Fax: 05831-25 18 83
eMail: info@wittinger-biodiesel.de

(Vgl. Meldung vom 2004-01-08.)

Source: Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband e.V. vom 2005-04-21.

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