22 Dezember 2009

Wirtschaftsministerin Christa Thoben überreicht Zuwendungsbescheide für Biogasanlagen

Land will Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse bis 2020 verdoppeln

Die Landesregierung will die Strom- und Wärmeproduktion aus Biomasse im Rahmen ihres Biomasseaktionsplanes bis zum Jahr 2020 von knapp 9 Milliarden Kilowattstunden auf fast 18 Milliarden Kilowattstunden verdoppeln. Damit können dann 20 Prozent des Strombedarfs und 10 Prozent des Wärmebedarfs der Privathaushalte Nordrhein-Westfalens abgedeckt werden. Wirtschaftsministerin Christa Thoben hat heute (10.12.) in Düsseldorf fünf Zuwendungsbescheide über je 50.000 Euro überreicht, mit denen das Land Nordrhein-Westfalen den Bau der geplanten Biogasanlagen im Münsterland fördern wird und die Markteinführung dieser Anlagen unterstützen will. “Gerade im Bereich der Biomasse können wir in Nordrhein-Westfalen sowohl energie- als auch industriepolitisch noch einiges bewegen”, betonte Ministerin Thoben.

Die Zuwendungbescheide gingen an Jelle Tuente Landwirtschaft in Bocholt, die Stenkamp GmbH in Hamminkeln, die Heermann Biogas GbR und Hummert Biogas GbR beide in Reken und die Holtmann & Herbering KG in Ochtrup. Die Gesamtausgaben der fünf Landwirte liegen je Biogasanlage zwischen 338.000 Euro und 1.300.000 Euro. Die Fördermittel stammen aus “progres.nrw”, einem Programm der Landesregierung, mit dem die rationelle Energieverwendung, Regenerative Energien sowie das Energiesparen weiter vorangetrieben werden sollen.

Nach dem Biomasseaktionsplan “Bioenergie.2020.NRW” der Landesregierung sollen über 60 Prozent der Ausbaupotenziale aus Rest- und Abfallstoffen oder der Verbesserung von Wirkungsgraden gewonnen werden, um Konkurrenzen rund um den knappen Rohstoff zu minimieren. “Biomasse muss mit hoher energetischer und volkswirtschaftlicher Effizienz eingesetzt werden. Das bedeutet konkret, die Biomasse erst stofflich zu verwerten, z.B. das Holz erst zu Möbeln zu verarbeiten und nach dieser Nutzungsphase über weitere Zwischennutzungen (z.B. Spanplatten) zuletzt die Reste einer energetischen Verwertung, d.h. die Erzeugung von Energie beispielsweise durch Verbrennung im Kraftwerk, zuzuführen”, führte Ministerin Thoben aus.

Die Nutzung von Biogas in Nordrhein-Westfalen ist in den zehn Jahren von 1998 bis 2008 sprunghaft angestiegen; von 11 Anlagen mit 3 Megawatt installierter Leistungen auf jetzt 280 Anlagen mit einer installierten Leistung von ca. 145 Megawatt. Die meisten Biogasanlagen befinden im Münsterland: 45 im Kreis Borken, 30 im Kreis Steinfurt, 22 im Kreis Warendorf und 15 im Kreis Coesfeld.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung und die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rechnen in den nächsten Jahren mit einer weiteren Zunahme von Biogasanlagen in Deutschland und Nordrhein-Westfalen, hier vor allem im Regierungsbezirk Münster.

Hintergrund
Im Biomasseaktionsplan “Bioenergie.2020.NRW” werden die aktuellen Ziele der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zur Bioenergienutzung in NRW formuliert. Aus diesem Anlass hat die EnergieAgentur.NRW ein neues Informationsportal entwickelt, welches viele Informationen rund um die Bioenergie in den Landkreisen Nordrhein-Westfalens im Internet verfügbar macht. Unter www.biomasse.nrw.de sind auch neue Biomassekarten für Nordrhein-Westfalen zu finden, der Biomasseaktionsplan herunterladbar und alle Informationen über die Biomassenutzung in Nordrhein-Westfalen verzeichnet. Gleichzeitig bietet das Energiewirtschaftscluster “EnergieRegion.NRW” im Rahmen eines Netzwerks Biomasse Hilfestellung bei der Initiierung von Projekten, zudem bietet die EnergieAgentur.NRW Energieberatung in diesem Bereich an.

Weitere Informationen
www.energieregion.nrw.de
www.progres.nrw.de
www.biomasse.nrw.de

Source: EnergieAgentur.NRW, Pressemitteilung, 2009-12-10.

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