17 September 2008

Wirkstoffe aus der Natur erobern sich ihren Platz zurück

Natürliche Arzneistoffe als Schwerpunkt auf der Biotechnica 2008

Naturstoffe sind Klassiker in der Medizin – etwa die Hälfte aller heute verwendeten Medikamente hat ihre Wurzeln in diesen Stoffen aus Flora und Fauna. Nach einer Phase, in der die chemische Totalsynthese das Credo der Pharmaforschung war, erleben derzeit die Naturstoffe als Pharmakagrundlage eine Renaissance: Am 7. Oktober auf der europäischen Biotechnologie-Leitmesse BIOTECHNICA tauschen sich hochrangige Experten im Rahmen des Wissenschaftskongresses European BioPerspectives über ‘Natural Products’ aus.

Diese Naturprodukte haben sich ihren Platz in der Pharmaforschung als Basis für halb- oder auch totalsynthetische Wirkstoffe zurückerobert. Vor allem neue Waffen gegen Krebs findet die Wissenschaft in der Natur. Besonders im Fokus der Naturstoffsuche stehen marine Organismen. Im Meer leben unüberschaubar viele Mikroorganismen, Schwämme und andere Lebensformen, die ein unerschöpfliches Reservoir an unbekannten Stoffen in sich tragen. Insbesondere wenn ein Lebensraum dicht besiedelt ist, der Konkurrenzdruck groß ist, sind die Waffen derer die dort leben äußerst wirksam. Diese Stoffe präsentieren sich in Tests als Zell-, Bakterien- und Pilzgifte. Die Kunst, diese Stoffe zu finden, ist ein Thema des Kongresses.

Meist sind die so gefundenen Naturstoffe dabei letztlich nur Vorbild für neue Pharmawirkstoffe. Sie werden so lange chemisch modifiziert, bis medizinische Wirkung und Schaden im Körper in einem pharmazeutisch nutzbaren Verhältnis zueinander stehen, denn oft haben die Stoffe aus Pflanzen und Mikroorganismen neben ihrer drastischen Wirkung auf Krebszellen ebenso starke Nebenwirkungen. Auf dem Kongress werden Methoden diskutiert, wie sich wichtige Bestandteile der Moleküle identifizieren und als so genannte Building Blocks einsetzen lassen. Basierend auf diesen Blöcken können Chemiker dann ganze Reihen von Molekülen mit ähnlicher Struktur erzeugen und mit biologischen Tests nach Wirkstoffkandidaten durchsuchen – die dann möglichst den Weg in die Klinik finden.

Source: Innovations-Report, 2008-09-16.

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