29 Mai 2018

Windgas in wenigen Jahren preiswerter als Erdgas

Energy Brainpool: Neue Studie zu Kosten von erneuerbarem Wasserstoff

Erneuerbarer Wasserstoff kann schon in den 2030er-Jahren günstiger zur Verfügung stehen als fossiles Erdgas. Das belegt eine neue Kurzstudie des Berliner Analyseinstituts Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace Energy. Während die Preise für Erdgas bis 2040 kontinuierlich steigen – von derzeit rund zwei Cent auf dann 4,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh) –, sinken die Produktionskosten für auf Basis von Grünstrom erzeugtem Wasserstoff – oder Windgas – im gleichen Zeitraum von aktuell rund 18 auf dann 3,2 bis 2,1 ct/kWh, errechneten die Spezialisten.

„Windgas wird genau zu dem Zeitpunkt kostengünstiger als die fossile Alternative, wenn es unverzichtbar wird, um volle Versorgungssicherheit in einem erneuerbaren Stromsystem zu gewährleisten“, sagt Greenpeace Energy-Vorstand Sönke Tangermann. „Damit das gelingt, muss die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode die nötigen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Windgas-Technologie schaffen.“ Dazu zählen für Greenpeace Energy zum Beispiel klare Ziele für die Senkung der CO2-Emissionen und den Ausbau von Erneuerbaren Energien in allen Wirtschaftsbereichen, um die nötigen Investitionen in Windgas anzureizen.

„Elektrolysegase erneuerbaren Ursprungs werden wettbewerbsfähig. Erdgas zu nutzen hingegen wird immer teurer. Heutige Investitionen in die Elektrolyse-Technologie zahlen sich langfristig aus“, sagt Energy Brainpool-Studienautor Fabian Huneke. „Im Energiesystem von morgen wird es weltweit günstiger sein, Elektrolysegase aus Wind- und Solarstromüberschüssen zu produzieren als für fossiles Erdgas und verbundene CO2-Emissionen zu bezahlen“. Laut Studie werden die erwarteten Kostensenkungen möglich durch eine industrielle Serienfertigung von Elektrolyseuren, eine stetig steigende Effizienz der Technologie und immer häufiger auftretende Stromüberschüsse.

Der Bedarf an erneuerbarem Wasserstoff ist in allen Wirtschaftssektoren sehr hoch: Im Stromsektor gewährleistet Windgas, das in großen Mengen im Gasnetz eingespeichert werden kann, die Versorgungssicherheit. Nur mit Windgas als Speichertechnologie lassen sich Dunkelflauten – das heißt Phasen mit wenig Wind und Sonne – von bis zu zwei Wochen zu vertretbaren Kosten überbrücken. Zugleich ist es nötig, um die CO2-Emissionen etwa im Flug- oder Schiffsverkehr, in der Stahlproduktion oder der Chemieindustrie zu senken. In diesen Bereichen hat die Energiewende bislang praktisch nicht stattgefunden. Grüner Wasserstoff kann dort jeweils fossile Rohstoffe ersetzen – als Grundlage erneuerbarer Treibstoffe oder für wichtige Chemieprodukte wie Dünger und diverse Kunststoffe.

Hintergrund: Der Preisberechnung für Erdgas liegen steigende CO2-Zertifikatspreise bei Erdgas (106,8 €/t CO2 im Jahr 2040, lt. International Energy Agency, 2017) zugrunde.

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Stellten die Studie heute bei einer Präsentation im Bundestag vor (v.l.n.r.): Sönke Tangermann (Vorstand Greenpeace Energy), Fabian Huneke (Energy Brainpool), Michael Friedrich (Politik und Kommunikation (Greenpeace Energy). Foto: Christoph Rasch (Greenpeace Energy AG)

 

Die Kurzanalyse von Energy Brainpool finden Sie hier zum Download.

Vorstellung_Windgasstudie.jpgjpg | 2 MBPressefoto zur honorarfreien Verwendung. Bildnachweis und Beschreibung siehe oben.

Source: Greenpeace Energy, Pressemitteilung, 2018-04-20.

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