18 September 2006

Wien: Größte Biodieselanlage Europas geht in Betrieb

Im Wiener Ölhafen Lobau wird am Donnerstag die größte Biodieselanlage Europas eröffnet. Die Biodiesel Vienna gehört zur steirischen Münzer-Holding mit Sitz in Gleisdorf.

Immer mehr Nachfrage

Die Nachfrage nach Biodiesel steigt kontinuierlich. Seit einem Jahr gilt die neue Kraftstoffverordnung – demnach tankt, wer einen Diesel-Pkw fährt, automatisch fünf Prozent Biodiesel an der Tankstelle mit.

Heimische Kapazitäten reichen nicht mehr

Die 95.000 Tonnen Biodiesel, die von der steirischen Münzer-Gruppe in Wien hergestellt werden, reichen nicht mehr aus; nur ein Drittel des heimischen Bedarfs wird durch die Anlage in Wien gedeckt.

Deshalb wird die Produktion bis 2008 ausgebaut, sagt Unternehmenssprecher Ewald-Marco Münzer: “Unser Vorhaben sind eine Erweiterung auf insgesamt rund 400.000 Tonnen am Standort Wien”.

Etwa drei Tonnen Rapssaat sind nötig, um eine Tonne Rapsöl – den Grundstoff für Biodiesel – zu erzeugen; aber auch Sonnenblumenöl, Sojaöl und sogar Altspeiseöl können dank steirischer Technologie verwendet werden.

Rapsanbau soll gefördert werden

Der Hauptgrundstoff Rapsöl wird zum Großteil im Ausland gekauft, da in Österreich zu wenig Raps angebaut wird. Das soll sich aber ändern, geht es nach der Landwirtschaftskammer: Sie will den Rapsanbau in Österreich verstärkt fördern, sagt Münzer.

Ein Drittel der Produktion in Wien könnte dann mit heimischen Rohstoffen gedeckt werden: “Wir als Unternehmen, als steirische Unternehmerfamilie sind sehr stark interessiert daran, heimische Rohstoffe zu lukrieren. Wir glauben, dass das in Österreich wirtschaftlich möglich ist, um einen sehr guten Preis für beide Seiten zu bekommen”, so Münzer.

Steigt Nachfrage bald sprunghaft an?

Die Nachfrage nach Biodiesel könnte schon bald sprunghaft steigen: Die beiden Minister Josef Pröll und Martin Bartenstein (beide ÖVP) planen, den Anteil an grünem Sprit im Diesel von fünf auf 20 Prozent zu erhöhen.

(Vgl. Meldung vom 2006-06-12.)

Source: Steiermark orf vom 2006-09-18.

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