7 Januar 2019

Wie die europäische Bioökonomie durch „Big Data“-Technologien unterstützt werden kann

Eine Pilotinitiative ebnete den Weg für eine neue Lösung für eine nachhaltige Forstwirtschaft. Diese ist Teil einer Reihe von Aktivitäten, bei denen massive Datenströme über Sensoren sowie luft- und satellitengestützte Bilder gehandhabt werden

Die Bedeutung einer gut funktionierenden Bioökonomie findet zunehmend Beachtung, um Herausforderungen wie den Klimawandel, die Knappheit natürlicher Rohstoffe sowie nicht nachhaltige Verbrauchsmuster anzugehen. Die Bioökonomie, die per definitionem eine Volkswirtschaft ist, in der Nahrungsmittel, Rohstoffe und Energie von erneuerbaren biologischen Ressourcen an Land und im Meer stammen, gilt als wesentlicher Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung. Um das Wachstum dieser Ökonomie zu fördern, fokussierte sich das EU-finanzierte Projekt DataBio (Data-Driven Bioeconomy) mittels 26 Pilotstudien, die durch 48 Partner aus 17 Ländern durchgeführt wurden und mehr als 100 Organisationen umfassten, auf die Produktion von Rohstoffen aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei.

Im Zuge dieser Initiativen entwickelten die finnischen Partner unter anderem eine mobile Anwendung, die Big Data für die Forstwirtschaft verwendet. Seppo Huurinainen von MHG Systems Oy Ltd, der die Pilotprojekte im Bereich der Forstwirtschaft des Projekts DataBio koordiniert, erklärt in einer Pressemitteilung: „Eine der Innovationen des finnischen Konsortiums ist ein weltweit einzigartiges Konzept, das auf Forstwirtschaftsstandards basiert, welches Landbesitzern und forstwirtschaftlichen Akteuren unter Verwendung eines Smartphones das Sammeln von Daten zu ihren Wäldern und das Hochladen der Daten mithilfe einer Anwendung namens Wuudis in die Waldressourcen-Datenbank der finnischen Forstanstalt ermöglicht.“ Huurinainen sagt, die Anwendung „erleichtert die Zahlung von Beihilfen für eine nachhaltige Forstwirtschaft und vereinfacht das Sammeln von Informationen und die kontinuierliche Aktualisierung von Forstbeständen.“

Monitoring-App

In der gleichen Pressemitteilung fügt Projektpartner VTT Technical Research Centre of Finland Ltd hinzu: „Der Wuudis-Dienst und die zugehörige mobile Anwendung sowie das standardisierte Konzept für Daten zu Waldbeständen, die von der finnischen Forstwirtschaftsanstalt bereitgestellt werden, kann im Maßstab einfach an andere Länder angepasst werden.“ Die Anwendung kann laut der Pressemitteilung auch verwendet werden, um die Auswirkungen von Stürmen, Schnee, Schädlingen und Erkrankungen zu beobachten. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass im Rahmen eines weiteren finnischen Pilotprojekts ein Dienstleistungskonzept entwickelt wurde, das auf der Bestandserfassung von Wäldern unter Verwendung von Drohnen basiert. Es wird betont, dass mithilfe dieses Dienstes bereits Tausende Hektar Wald erfasst worden seien.

Das laufende Projekt DataBio wurde eingerichtet, „um die Vorteile von Big-Data-Technologien in der Rohstoffproduktion aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei/Aquakultur für die Bioökonomie-Industrie zu zeigen, damit Nahrungsmittel, Energie und Biomaterialien in verantwortungsbewusster und nachhaltiger Weise hergestellt werden können“, wie es zusammenfassend auf der Projektwebsite heißt. Das Projekt „schlägt zusätzlich zu den bestehenden Infrastrukturen und Lösungen der Partner den Einsatz einer hochmodernen Big-Data-Plattform vor – die Big DATABIO Platform.“ Abgesehen von Big Data nutzt die Plattform Erdbeobachtungstechnologien und IKT. Im Rahmen der generellen Methodik arbeitet DataBio mit Endbenutzern zusammen und wird „im Weiteren das Konzept durch mehrere Erprobungen in den ausgewählten Sektoren verifizieren.“

Die Pilotprojekte im Rahmen des DataBio-Projekts beziehen sich auf die Präzisionslandwirtschaft, welche Oliven, Obst, Weintrauben und Gemüse sowie Getreide, Biomasse und Faseranbaupflanzen beinhaltet. Die Pilotprojekte im Bereich der Forstwirtschaft beinhalten z. B. die Fernerkundung von Waldschäden, die Kontrolle invasiver fremder Arten und einen Web-Kartendienst für die Entscheidungsfindung von Regierungen. Die Pilotprojekte im Bereich der Fischerei sind auf die Vorhersage und Planung für ozeanische und pelagische Fischereibetriebe fokussiert.

Source: CORDIS, Pressemitteilung, 2018-12-13.

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