21 April 2009

Westfälischer Hanf für Baden-Württemberg

Verarbeiter BaFa wirbt in Werther um Hanfanbauer

Von einem möglichen Wiederaufleben des Anbaus von Nutzhanf in der Gegend um Werther (Westfalen) berichtet die Westfalen-Blatt. Der Anbau dort hat eine Geschichte, die mit der Insolvenz einer Hanfverarbeitungsanlage in Werther im November 2005 ein vorläufiges Ende fand. Ein Angebot der Firma “Badische Naturfaseraufarbeitung” (BaFa) aus Malsch in Baden-Württemberg soll die Landwirte locken, den Hanfanbau wieder aufzunehmen.

“Die Landwirte in dieser Region haben Erfahrung mit dem Anbau der Pflanzen, darin sehen wir Potenzial”, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens BaFa, Bernd Frank, bei einem Besuch auf dem Hof Grewe in Borgholzhausen. Dort zeigte er mit Stephan Piotrowski vom nova-Institut, Hürth, Mitgliedern des “Vereins zur Förderung des Anbaus und der Verwertung von Hanf” die aktuelle Entwicklung des Anbaus der Nutzpflanze in Deutschland und der EU.

Zudem will Frank die Landwirte mit einem Kauf-Angebot wieder dazu bringen, den Hanfanbau aufzunehmen. 165 Euro pro Tonne Hanfstroh will die BaFa zahlen. Ein Angebot, das Karl-Erich Oldemeyer, Vositzender des Wertheraner Vereins, respektabel findet. “Vor allem kurz entschlossene Landwirte können das in diesem Jahr noch nutzen. Alle anderen können es für ihre Planung 2010 mit einbeziehen”, meint er. Ein Problem stellen die Entfernung zu der Verarbeitungsfirma und die damit verbundenen Kosten dar. In dieser Hinsicht kommt die BaFa den Landwirten entgegen und übernimmt die Hälfte der Transportkosten. “Mit dem Zuschuss wollen wir den Landwirten einen Anreiz bieten, wieder Hanf anzubauen”, sagt Bernd Frank. 50 bis 100 Hektar könnte er ohne Probleme abnehmen, doch so viel werden es in der Region – zumindest in diesem Jahr – kaum werden. Denn die Landwirte haben ihre Planungen größtenteils abgeschlossen.

“In den besten Zeiten wurden in Ostwestfalen insgesamt 260 Hektar mit Hanf bewirtschaftet”, erklärt Hans Bernd Hartmann vom Zentrum für nachwachsende Rohstoffe. 100.000 Kubikmeter Hanf werden in Europa jährlich als Dämmstoff vermarktet. “Wir wirtschaften jetzt in einer rentablen Größenordnung und sind aus der ganz kleinen Nische heraus”, sagt Bernd Frank. Ebenfalls positiv sieht er den Draht zur Automobilindustrie. Dort werden inzwischen Faserfliesen aus Hanf mit Bindemitteln zu Formteilen für die Innenverkleidung verarbeitet.

Mehr Unterstützung wünscht sich Bernd Frank von der Politik, die den Anbau von Pflanzen zur stofflichen Nutzung, zu denen Hanf zählt, im Gegensatz zu denen zur energetischen Nutzung wie Mais kaum fördert. “Eine Ungleichbehandlung, auf die wir aufmerksam machen wollen”, zitiert die Westfalen-Zeitung den Bafa-Geschäftsführer.

Source: Westfalen-Blatt, 2009-03-11.

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