22 November 2005

Wertprodukte aus Biomasse – Innovationsforum “Bioraffinerien”

Am 2. und 3. November 2005 richtete der Bioraffinerieverbund Mitte-Ost in der Industrie- und Handelskammer Potsdam das Innovationsforum “Bioraffinerien und Biobasierte Industrielle Produkte” aus. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Innovationsforum im Rahmen seiner “Innovationsinitiative Neue Länder – Unternehmen Region”.

Ziel des Innovationsforums war es, die Potenziale für eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung der Bioraffinerie-Technologie zu diskutieren. Daneben sollte die Errichtung von Pilotanlagen in der Region Berlin-Brandenburg vorbereitet werden. Bioraffinerien haben im Kern das Ziel, die Funktionsweise von Erdölraffinerien auf die Biomasse zu übertragen. Hierbei werden nachwachsende Rohstoffe in Wertprodukte wie Chemikalien, Biopolymere und Gebrauchsgüter umgewandelt.

Die Koordination des Innovationsforums “Bioraffinerien und Biobasierte Industrielle Produkte” liegt beim Forschungsinstitut Bioaktive Polymersysteme e.V. (Biopos) unter maßgeblicher Mitarbeit der ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH (ZAB).

Hintergrund Bioraffinerieverbund Mitte-Ost
Die Umstellung von fossilen Rohstoffen auf biologische Rohstoffe ist eine der größten Herausforderungen der nächsten 50 Jahre. Für eine nachhaltige Stoffwirtschaft mit den drei Säulen Bioenergie, Biokraftstoffe und Biobasierte Produkte ist vor allem die Biomasse eine Alternative. Biomasse ist eine sich ständig erneuernde Chemie- und Pharmaziefabrik und ein vielseitiger Roh- und Werkstoff. Dazu ist sie auch in Deutschland ausreichend vorhanden. Die Umwandlung dieses Werkstoffes in Endprodukte wie Chemikalien, Biopolymere und Gebrauchsgüter verlangt jedoch grundsätzlich neue Basistechnologien.

Solche komplexen Technologien werden Bioraffinerien genannt. Der Bioraffinerieverbund Mitte-Ost ist geprägt durch die drei Ballungsräume Potsdam/Berlin, Halle/Leipzig und Dresden. Neben einer leistungsfähigen Großindustrie und einer ausgereiften Wissenschaftslandschaft finden sich hier innovative kleine und mittelständische Unternehmen sowie Einrichtungen der Land- und Forstwirtschaft und der Neulandbewirtschaftung (Braunkohlefolgelandschaft). Alleinstellungsmerkmal der Region ist, dass seit Jahren forschungs- und entwicklungsseitig am Zukunftsthema der industriellen stofflichen Verwertung nachwachsender Rohstoffe gearbeitet wird.

Hintergrund BMBF-Initiative “Unternehmen Region”
Mit der Innovationsinitiative “Unternehmen Region” unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) regionale Kooperationsbündnisse aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Verwaltung und Politik dabei, ein eigenes zukunftsfähiges technologisches Profil zu entwickeln und konsequent die Stärken und Potenziale ihrer Region zu nutzen und auszubauen. Für die Förderung solcher regionaler Initiativen stellt das BMBF für den Zeitraum von 1999 bis 2007 insgesamt über 500 Mio. Euro zur Verfügung.

Mit der Förderung von Innovationsforen unterstützt das BMBF innovative Allianzen, die noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen. Die Förderung löst mit einem jeweiligen Förderhöchstbetrag von 85.000 Euro und einem Förderzeitraum von sechs Monaten eine Initialzündung aus. Seit 2001 hat das BMBF in Zusammenarbeit mit den Ländern insgesamt 67 Innovationsforen gefördert.
Weitere Informationen: www.unternehmen-region.de

Partner
Weitere Partner sind die Brandenburgisch Technische Universität (BTU) Cottbus, das Institut für Agrartechnik (ATB) Potsdam, die Fraunhofer-Institute für Chemische Technologie (ICT) und Angewandte Polymerforschung (IAP) sowie die Unternehmen Degussa, Dow Deutschland, BASF, biorefinery.de und Vattenfall Europe Renewables.

Kontakt
Dr. Andreas Pachten
Aufgaben: Life Sciences
Tel: +49-(0)331-660-38 38
Fax: +49-(0)331-660-31 44
E-Mail: Andreas.Pachten@zab-brandenburg.de

Source: Pressemitteilung www.zab-brandenburg.de vom 2005-11.

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