16 September 2008

Werkschliessungen bei Stora Enso und UPM

Hohe Kosten führen zu Papierkrise

Stora Enso schließt Sägewerke, Zellstoff- und Papierfabriken in ganz Europa oder drosselt deren Produktion. Der Konzern konzentriert künftig die Produktion etwas stärker in Skandinavien. Von den dauerhaften Produktionseinschränkungs- und Restrukturierungsplänen sind insgesamt ca. 1.700 Mitarbeiter/innen betroffen, davon 600 Mitarbeiter/innen in Deutschland, 550 in Finnland, 400 in der Holzbeschaffung in Russland und 150 in anderen Ländern.
Im Gegensatz zu Stora Enso reduziert UPM Kymmene die Papier- und Zellstoffkapazitäten ausschließlich in Finnland. 1.600 Mitarbeiter sind von den Schließungen in Finnland betroffen. UPM will das Papierwerk in Kajaani bis Ende des Jahres schließen, ebenso wie das Tervasaari Zellstoffwerk in Valkeakoski.

In Deutschland soll das Stora-Enso-Werk in Baienfurt/Baden-Württemberg bis Ende 2008 stillgelegt werden. Die Zeitungspapierproduktion der Papiermaschine 3 im Werk Kabel in Hagen/Nordrhein-Westfalen wird ebenfalls bis zum Jahresende auslaufen. Als Gründe nennt Stora Enso in beiden Fällen die hohen Holzpreise und Energiekosten. Die Faltschachteln werden künftig aus Finnland und Schweden geliefert. Dort legt Stora Enso die Kartonmaschine 1 in Imatra bis Ende 2009 still.

In Estland fällt das Sägewerk Paikuse (Produktionskapazität 170.000 cbm Schnittholz/Jahr) den hohen Rundholzpreisen zum Opfer. Entlassungen von Mitarbeitern sind in den Werken Karlsruhe-Maxau, Veitsiluoto (Finnland) und Hylte (Schweden) geplant. In den gemeinsam mit Myllykoski betriebenen finnischen Zellstoffwerken Enocell in Uimaharju und Sunila soll die Produktion gedrosselt oder optional beendet werden, sobald die Zölle auf russisches Rundholz in voller Höhe erhoben werden.

Investieren will Stora Enso in Finnland und Schweden. In Imatra werden das Zellstoffwerk und die Kartonmaschine 4 modernisiert sowie die Kartonwerke in Forst und Ingeriois. Im finnischen Werk Varkaus soll die Effizienz der Fein- und Zeitungspapierproduktion erhöht werden. Die Zellstoffproduktion und das Sägewerk in Kotka/Finnland will Stora Enso entgegen den Planungen vom Herbst 2007 nun doch nicht verkaufen.

Probleme für die deutsche Forstindustrie
Die Schließungen werfen Fragen nach den Folgen für die Forstwirtschaft auf. Kurz nach Bekanntgabe des Teil-Rückzugs von Stora Enso aus Deutschland stellen Marktteilnehmer aber auch die Frage nach der Verantwortung der Forstverwaltungen für die Misere. Probleme aus der Stora Enso-Entscheidung ergeben sich besonders in Süddeutschland. Von der Schließung der Papierfabrik Baienfurt zum 15. Dezember 2008 sind nicht nur 350 Mitarbeiter betroffen. Das Produktionsende wird auch Folgen für Forstunternehmer und Holztransporteure haben.

Source: Fordaq Network, 2008-09-10 und 2008-09-15.

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