17 März 2004

Wendelstein: Mit Bioöl und Wasserkraft zum Gipfel

Betriebsstoffe für regenerative Energieversorgung komplettiert

Auf Bioölbetrieb rüstete die Wendelsteinbahn GmbH im bayerischen Brannenburg die Hydrauliksysteme und Getriebe ihrer firmeneigenen Wasserkraftwerke um. Aus Wasserkraft wird hier der Strom für 6.000 Haushalte und die traditionelle Wendelstein-Zahnradbahn generiert. Gefördert wurde das Projekt durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Rahmen des Markteinführungsprogramms “Biogene Schmierstoffe”.

Projektleiter Hans Vogt begründete den Schritt zur Umrüstung mit dem direkten Kontakt der Kraftwerke zum Wasser und den umweltsensiblen Bereichen des Naturparks Wendelstein. Bioöle sind für Mensch und Natur weniger giftig als Mineralöle und biologisch abbaubar. Mit der Umrüstung auf biogenes Hydrauliköl macht das Unternehmen neben der regenerativen Stromerzeugung einen weiteren Schritt hin zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft.

In Deutschland gelangt jährlich knapp die Hälfte der Schmierstoffe, also etwa eine halbe Million Tonnen, zum Teil systembedingt aber auch unkontrolliert in die Umwelt. Gerade in umweltsensiblen Bereichen, wie an Wasserläufen oder in Trinkwasser- und Naturschutzgebieten, ist der Betrieb mit umweltfreundlichen Alternativen deshalb geradezu geboten. Im Sinne der Förderkriterien der FNR bedeutet “umweltfreundlich” aber nicht nur, dass die Öle biologisch schnell abbaubar sind. Mindestens zur Hälfte müssen die Produkte aus Rohstoffen vom heimischen Acker bestehen, d.h. “biogenen Ursprungs” sein.

Mit Mitteln des Förderprogramms der FNR sind seit 2000 bereits etwa 5 Millionen Liter Bioöl in Hydrauliksysteme von Energieanlagen, Land-, Bau- und Forstmaschinen geflossen. Wie am Wendelstein spielt das Umweltbewusstsein der Maschinen- und Anlagenbetreiber eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für das nachwachsende Hydrauliköl.

Am Wendelstein wogen das Gewissen und die Innovationsfreude von Privatwirtschaft und Politik von Beginn an gleich schwer. Otto von Steinbeis, Erbauer der Zahnradbahn, überzeugte ausgangs des Dampfmaschinen-Zeitalters bereits vor knapp hundert Jahren den bayerischen Prinzregenten Luitpold vom Bau einer elektrischen Zahnradbahn, betrieben mit Strom aus Wasserkraft. Jetzt hat sich das Unternehmen seinerseits von der Qualität der Bioöle überzeugen lassen. Die Produkte sind nämlich nicht nur umweltfreundlich, sondern haben auch einen besseren Viskositätsindex und bessere Schmiereigenschaften als Mineralöle.

Weitere Informationen zum Markteinführungsprogramm sowie Hersteller und Ansprechpartner finden Sie unter: www.bioschmierstoffe.info.

Source: Pressemitteilung der FNR vom 2004-03-17.

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