28 Mai 2014

TOP Weltweites Wachstum der Hanfindustrie – Fasern, Schäben, Samen & Öl und Pharmazeutika

Weltgrößte Konferenz zu Nutzhanf in Wesseling bei Köln, 21. bis 22. Mai 2014. Über 200 Teilnehmer aus 39 Ländern bei der „11th International Conference of the European Industrial Hemp Association (EIHA)“

English version: www.bio-based.eu/news/worldwide-growth-industrial-hemp-fibres-shivs-seed-oil-pharmaceuticals

Volle Sitzreihen bei der größten Hanf-Konferenz weltweit in Wesseling bei Köln (Bild: PvP/nova)

Es war die weltweit größte Hanfkonferenz seit 20 Jahren. Mehr als 200 führende Experten aus Hanfforschung und -industrie aus 39 Ländern – von Investoren, Landwirten bis zu Produzenten von Endprodukten – zelebrierten am 21. und 22. Mai gemeinsam die „11th International Conference of the European Industrial Hemp Association (EIHA)“ in Wesseling am Rhein. Die Rekordbeteiligung steht dabei im Einklang mit dem Wachstum der Industrie.

Die weltweite Anbaufläche erreichte im Jahr 2011 etwa 85.000 ha, davon ca. 60.000 ha für Fasern (vor allem China und Europa) und 25.000 ha für Samen (vor allem Kanada, China und Europa).

Im laufenden Jahr 2014 werden in der EU ca. 17.000 ha Nutzhanf angebaut, die größte Anbaufläche seit 10 Jahren, mit einem steigenden Anteil für die Samenproduktion. Nutzhanf wächst heute in mindestens 13 Mitgliedsstaaten.

Der Industriehanf wird für seine starken Fasern geschätzt. Sie finden zunehmend Verwendung in der europäischen Automobilindustrie zur Verstärkung von Kunststoffteilen im Fahrzeuginneren, als umweltfreundliches Dämmmaterial im Hausbau und als Anzuchtvlies für Kresse. Hanffaser-Zellulose wird seit vielen Jahrzehnten wegen seiner Nass-Reißfestigkeit für Zigarettenpapier genutzt. Hanfschäben, der verholzte Kern des Hanfstängels, werden als Tiereinstreu, Gartenmulch und in Verbindung mit Kalk als Baumaterial sowie für leichte Spanplatten eingesetzt.

Hanfsamen und –öl stellen hochwertige Lebensmittel dar, reich an wichtigen Mineralien und Vitaminen und mit einem für Menschen und Tiere außergewöhnlich hochwertigem Fettsäurespektrum (90% mehrfach ungesättigte Fettsäuren); sein Protein ist ausgewogen und leicht verdaulich. Die Nährstoffzusammensetzung entspricht den aktuellen Trends in der Lebensmittelwissenschaft und -vermarktung.

Die Samenproduktion für den Lebens- und Futtermittelmarkt zeigt weltweit das stärkste Wachstum: In Kanada werden im Jahr 2014 36.000 ha (+25%) Hanf für die Samenproduktion angebaut und für 2015 werden sogar 50.000 ha (+28%) erwartet. 95% der 18.000 t Samen (Ernte 2014) gehen in den Lebensmittelmarkt, vor allem in die USA.

Aber auch in Europa wurde mit 9.000 t im Jahr 2013 eine neue Rekordproduktionsmarke erreicht. Zusammen mit den Importen aus China erreichte auch der Verbrauch in Europa mit 17.900 t einen neuen Rekord. Im Gegensatz zu Nordamerika werden 80% der Hanfsamen als Fisch- und Vogelfutter genutzt und nur 20% gehen in den Lebensmittelsektor.

Mit der beginnenden Hanffaserproduktion in Kanada und den USA, wo nach und nach in allen Bundesstaaten der Nutzhanfanbau legalisiert wird, werden in den nächsten Jahren neue Rekorde erwartet – für Hanfsamen wie auch für Hanffasern.

Sobald Hanffasern global verfügbar sein werden – in Europa, China und Nordamerika – werden sie immer attraktiver für die global agierende Automobilindustrie. Zudem werden europäische Hanffasern vermutlich die ersten Naturfasern weltweit sein, die eine Nachhaltigkeitszertifizierung aufweisen können. Vorstand und Mitgliederversammlung der „European Industrial Hemp Association (EIHA)“ (www.eiha.org) beschlossen eine Zertifizierung nach dem gut etablierten ISCC PLUS Schema so bald wie möglich durchzuführen.

Neben den Fasern, Schäben und Samen kommt in diesem Jahr ein weiteres Thema hinzu: Cannabidiol (CBD), ein Nebenprodukt des Industriehanfs weist ein hohes therapeutisches und finanzielles Potenzial ohne relevante Nebenwirkungen auf

Das wohl bekannteste Cannabinoid THC, welches für psychotrope und mehrere pharmazeutische Wirkungen verantwortlich ist, ist in nur sehr geringen Konzentrationen in Industriehanf vorhanden (<0,2%). In den letzten Jahren stieg jedoch das Interesse am therapeutischen Potenzial eines anderen Cannabinoids, das keine psychotropen Wirkungen hat und selbst in hohen Dosen keine relevanten Nebenwirkungen verursacht: Cannabidiol (CBD) ist das wichtigste Cannabinoid des Industriehanfs und kommt in Konzentrationen im Bereich von 0,5 bis 2% im oberen Drittel der Pflanze vor. Es birgt Potenzial für die therapeutische Anwendung bei einer Vielzahl von Krankheiten und Symptomen, wie etwa Angststörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Psychosen, Epilepsie, Dystonie, Diabetes, Krebs, Entzündungserkrankungen, Alzheimer, Hauterkrankungen, Hepatitis, Fettsucht sowie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätssyndrom). CBD kann parallel zu den Hanffasern und -schäben genutzt werden, was somit ein zusätzliches Einkommen bedeutet.

Viele Wissenschaftler, Unternehmen und Landwirte zeigen zunehmendes Interesse am medizinischen und finanziellen Wert dieses Cannabinoids. Wenige Eckdaten zeigen, warum CBD so interessant ist und die Phantasie von Investoren und Landwirten beflügelt: Als Nebenprodukt der industriellen Nutzung von Hanf für Fasern und Samen können etwa 3 kg CBD pro Hektar aus den Blüten, Blättern und Stängeln extrahiert werden. Der Marktpreis von CBD liegt heute zwischen 20.000 und 30.000 €/kg. Auch mit Kosten für die Ernte, das Trocknen und die Extraktion verbleiben attraktive zusätzliche Einnahmen für den Hanfbauern.

Auf der Konferenz präsentierten die führenden pharmazeutischen Produzenten von THC und CBD in Europa die neuesten Trends bei Produktion und Vermarktung von CBD. Das britische Unternehmen GW Pharmaceuticals gab bekannt, dass die US Food and Drug Administration (FDA) die Durchführung von klinischen Studien mit Epidiolex, ihrem neuen Cannabis-Extrakt, das Cannabidiol als Wirkstoff enthält, erlaubt hat. Referent James Brodie berichtete, dass dieses Präparat in der Behandlung von Kindern mit Dravet-Syndrom, einer seltenen und schweren Form der infantilen, genetisch bedingten, arzneimittelresistenten Epilepsie, eingesetzt werden soll.

Referent Tjalling Erkelens vom niederländischen Unternehmen Bedrocan, das mehrere Sorten von Cannabis-Blüten herstellt, die von niederländischen Ärzten unter der Aufsicht des Gesundheitsministeriums der Niederlande verschrieben werden, berichtete, dass das Unternehmen beabsichtigt, eine CBD-reiche Sorte zu ihren derzeitig vier Sorten hinzuzufügen.

Holger Rönitz von der deutschen Firma THC Pharm gab einen Überblick über die Markteinführung von THC und CBD auf dem deutschen Markt. Zwei Agrarinitiativen aus Deutschland boten Rohmaterial und Extraktionsexpertise für die Pharmaindustrie und potenzielle Investoren an, die auf der Konferenz anwesend waren.

Schließlich zeigte Gianpaolo Grassi vom CRA-CIN, einem führenden Kulturpflanzen-Forschungszentrum in Italien, die Fortschritte bei der Forschung um die pharmazeutischen Eigenschaften von Hanf zu verbessern, vor allem mit dem Fokus auf CBD.

Es wird erwartet, dass die Entwicklungen in Europa dem Trend in Nordamerika folgen werden: In vielen Staaten der USA ist eine große Anzahl von CBD-Produkten erhältlich, einschließlich CBD-Tinkturen mit sehr hohem CBD-Gehalt, CBD-Ölen, CBD-Kaugummi sowie weiteren gebrauchsfertigen Produkten und Cannabis-Samen, die Pflanzen mit hohem CBD-Gehalt erzeugen.

Tagungsbeiträge sind nur für EIHA-Mitglieder verfügbar

Werden Sie Mitglied von EIHA (www.eiha.org) und erhalten Sie Zugang zu den Tagungsbeiträgen und weiteren 400 Präsentationen, Studien und statistischen Daten zur wachsenden Hanfindustrie.

Veranstalter der „11. Internationalen Konferenz der European Industrial Hemp Association (EIHA)“ war wie in den Vorjahren das nova-Institut, das auch als Geschäftsstelle von EIHA fungiert. EIHA selber entwickelt sich mit steigenden Mitgliederzahlen gut. Inzwischen gibt es zehn reguläre Mitglieder (Verarbeiter) und 80 assoziierte Mitglieder aus 23 europäischen Ländern und 17 weiteren Ländern außerhalb von Europa.

Bilder von der „11. Internationalen Konferenz der European Industrial Hemp Association (EIHA)“ (bitte geben Sie die Quelle an):

Sie können die Bilder des Kongresses unter folgendem Link herunterladen:

www.eiha-conference.org/media/14-05-28_pictures_Industrial_Hemp_Conference_nova.zip 

Der zip-Ordner beinhaltet:

14-05-21_Michael_Carus_on_fibre_markets: Michael Carus, nova-Institut, mit einem Überblick über die weltweiten Naturfasermärkte (Bild: PvP/nova)

14-05-22_participants_during_presentation: Volle Sitzreihen bei der größten Hanf-Konferenz weltweit in Wesseling bei Köln (Bild: PvP/nova)

14-05-22_visitors_at_the_exhibition: Reger Besuch der Ausstellung von industriellen Hanfprodukten (Bild: PvP/nova)

Diese PRessemitteilung als PDF: 14-05-28 PM Europäische Industriehanf Konferenz EIHA nova

Verantwortlicher im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.):

Dipl.-Phys. Michael Carus (Geschäftsführer)
nova-Institut GmbH, Chemiepark Knapsack, Industriestraße 300, DE-50354 Hürth
Internet: www.nova-institut.eu und www.bio-based.eu
Email: contact@nova-institut.de
Telefon: +49 (0) 22 33-48 14 40

Das nova-Institut wurde 1994 als privates und unabhängiges Institut gegründet und ist im Bereich der Forschung und Beratung tätig. Der Fokus liegt auf der bio-basierten und der CO2-basierten Ökonomie in den Bereichen Rohstoffversorgung, technisch-ökonomische Evaluierung, Marktforschung, Ökobilanzen (LCA), Öffentlichkeitsarbeit, B2B–Kommunikation und Politik. Mit einem Team von mehr als 20 Mitarbeitern erzielt das nova-Institut einen jährlichen Umsatz von 2 Mio. €.

Source: nova-Institut, Pressemitteilung, 2014-05-28

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