7 September 2006

Weltweit sinkende Maisbestände

Weltweit wird in diesem Jahr mit sinkenden Maisbeständen gerechnet. Experten befürchten massive Auswirkungen auf die Versorgungsbilanz für Mais, berichtet das Deutsche Maiskomitee e.V. (DMK).

Unter Berufung auf Zahlen von Toepfer International und der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) erklärt das DMK, dass die bisherigen Ernteschätzungen weit unter dem Vorjahresniveau liegen. Gleichzeitig wird mit einem verstärkten Verbrauch gerechnet. Daher zeichnet sich nach Angaben der ZMP ein Abbau der weltweiten Maisbestände um 28% auf 91 Mio. t. ab.

Hintergrund dieser Entwicklungen sind die verringerten Anbauflächen in vielen Ländern, nicht nur in Europa (zum Beispiel Frankreich –8%), sondern insbesondere in den USA. Schwierige Witterungsbedingungen aufgrund der hohen Temperaturen im Juli in Europa sorgen zudem für große ertragliche Risiken.

In Europa wird die Erntemenge voraussichtlich um 2,5 Mio. t auf etwa 43 Mio. t sinken, in China um 1,4 Mio. t und in den USA um 3,5 Mio. t. Die ZMP geht für die USA sogar von einem Minus von knapp 10 Mio. t aus. Demgegenüber steht aber ein Zuwachs in Argentinien um 3 Mio. t und in Südafrika um 2 Mio. t.

Dennoch geht Toepfer International davon aus, dass im Jahr 2006/07 mit 689 Mio. t weltweit die drittgrößte jemals erreichte Ernte eingefahren wird (2004/05: 712 Mio. t, 2005/06: 692 Mio t.).

Die Tendenz der vergangenen Jahre mit steigendem Verbrauch von Mais setzt sich weiter fort. Nach Schätzungen der USDA wird er gegenüber dem Vorjahr um knapp 24 Mio. t auf 722 Mio. t in 2006/07 steigen. Dies ist vor allem auf den Einsatz von Mais als Energiepflanze zurückzuführen. 8% der weltweiten Maisernte soll zu Ethanol verarbeitet werden. In den USA liegt der Anteil bei 18%. Auch in Deutschland wurde der Anbau von Mais zur Energiegewinnung gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Der Nichtfutterverbrauch liegt den Schätzungen zufolge demnach bei 244 Mio. t (Vorjahr: 226 Mio. t). Der Futterverbrauch liegt bei 478 Mio. t (Vorjahr: 472 Mio. t). Insgesamt übersteigt der Verbrauch zum sechsten Mal seit 2000/01 die Produktionsmenge.

Diese Ernteprognosen sorgen hierzulande für Unsicherheit auf den Terminmärkten. Bis zum 21. Juli schnellte die Tagesnotierung des Maiskontraktes am Terminmarkt Matif auf 142 €/t nach oben. Der Markt hat sich nach besseren Ernteschätzungen in den südöstlichen Ländern wieder etwas beruhigt, die Preise liegen nach Angaben der ZMP aber immer noch um 10 €/t über dem Vorjahresniveau. Alterntige Ware werde in den traditionellen Versandgebieten bei 121-123 €/t gehandelt. An den nordwestdeutschen Zuschussstandorten waren dies Ende Juli 140-143 €/t.

Die Ware ist aufgrund der zu erwartenden Versorgungsengpässe gefragt. Dennoch werde nicht zu jeden Preis gekauft, weil vor allem der Futtersektor mit den Interventionsbeständen von knapp 5,6 Mio. t in Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Polen rechnen würde, meint die ZMP.

Aufgrund der kostspieligen Bestände werden in Brüssel derzeit Verschärfungen für die Mais-Intervention für das kommende Wirtschaftsjahr diskutiert. Dabei geht es unter anderem um die Senkung der maximalen Kornfeuchte von 14,5% auf 13%, um eine Senkung des tolerierten Bruchkornanteils von 10% auf 5% oder um die Einführung eines Mindestnaturalgewichtes in Höhe von 73 kg/hl. Diese Überlegungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen, berichtet das DMK.

(Vgl. Meldungen vom 2006-08-15 und 2006-07-25.)

Source: DMK-Pressemeldung vom 2006-08-30.

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