17 Oktober 2002

Weltweit erster Serieneinsatz von Nachwachsenden Rohstoffen in Schienenfahrzeugen

Bei der Alstom LHB in Salzgitter wurde der weltweit erste Serieneinsatz von Sitzverkleidungselementen auf Basis faserverstärkter Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (NAWARO) im Schienenfahrzeugbau vorgestellt. Diese High-Tech-Entwicklung zeigt überzeugend, wie die hohen Sicherheitsanforderungen des Schienenfahrzeugbaus (Brandschutz) erfüllt und darüber hinaus 20 bis 30 Prozent an Gewicht eingespart werden können. Geringeres Gewicht bedeutet weiteres Einsparungspotenzial bei Energie und Betriebskosten etc. Damit leisten NAWAROS einen entscheidenden Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften und zum Absatz landwirtschaftlicher Rohstoffe in technisch hochwertigen Produkten. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Bauteile am Ende ihrer Lebenszyklen CO2-neutral energetisch verwertbar sind. Im November soll der erste Zug bereits rollen. Damit beginnt auch eine Langzeiterprobung der einzelnen Teile.

Minister Bartels stellte persönlich diese Neuentwicklung in einem Serienfahrzeug vor und berichtete über die Förderstrategie des Landes Niedersachsen. Er freute sich ebenfalls, für das 950.000-EUR-Projekt, zu dem sein Ministerium immerhin die Hälfte hinzugesteuert hatte, in Alstom Salzgitter einen Partner gefunden zu haben, der sich mit großem Engagement dem Thema Nachwachsende Rohstoffe widme. Für Bartels ergibt sich aus dem Machbarkeitsnachweis eine neue Erwerbsquelle für die Landwirtschaft, wobei allerdings das Qualitätsmanagement beim Landwirt als Erzeuger der günstigen Rohstoffe an erster Stelle stehen sollte. Denn nur die Sicherung definierter Qualitäten garantiere entsprechende Rohstoffpreise und sorge für Konkurrenzfähigkeit. Dann sei der Faserpflanzenanbau eine interessante Alternative im Vergleich zu herkömmlichen Anbauprodukten, auch hinsichtlich der Deckungsbeiträge. Jörg Neubauer rechnet damit, dass die Industriereife mit marktüblichen (Glasfaser-)Preisen bereits in etwa zwei Jahren erreicht sein wird. Der Markt sei vorhanden, nun müsse die industrielle Fertigung optimiert werden.

Kontakt:
Dipl.-Ing. Jörg Neubauer
Alstom LHB GmbH
Linke-Hoffmann-Busch-Str. 1
38239 Salzgitter

(Vgl. Meldung vom 2002-07-11.)

Source: Pressemitteilung der Alstom Salzgitter vom 2002-10-15.

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