20 Februar 2009

Weltweit 9,4% mehr Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen

GVO-Anteil bei Soja auf 72% gestiegen

Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen nimmt weltweit weiterhin zu. 2008 stiegen die Flächen um 9,4 Prozent auf nunmehr 125 Millionen Hektar. In 25 Ländern werden gv-Pflanzen kommerziell genutzt. Neu hinzugekommen sind Bolivien, Burkina Faso und Ägypten. Die vier wichtigsten gentechnisch veränderten Ackerkulturen Soja, Mais, Baumwolle und Raps sind zugleich bedeutende Nachwachsende Rohstoffe.

In allen großen Anbauländern wurden 2008 mehr gv-Pflanzen ausgesät als im Jahr zuvor. Allein die Hälfte der globalen Fläche entfällt auf die USA (63,5 Mio. Hektar) vor Argentinien (21,0), Brasilien (15,8), Indien (7,6), Kanada (7,6), Paraguay (2,7) und Südafrika (1,8). Diese Zahlen gehen aus dem jährlichen von der Agro-Biotechnologie-Agentur ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications) herausgegebenen Report zum globalen Anbau von gv-Pflanzen hervor, der heute in Nairobi (Kenia) veröffentlicht wurde.

Bei den vier Kulturarten, bei denen schon seit 1996 gv-Sorten landwirtschaftlich genutzt werden, nahmen die “Gentechnik-Flächen” erneut zu: Bei Soja summierten sich die mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen 2008 auf 65,8 Mio. Hektar (2007: 58,6), bei Mais auf 37,3 (35,2), bei Baumwolle auf 15,5 (15,0) und bei Raps auf 5,9 (5,0). Bei Soja werden 72 Prozent der Welterzeugung mit gv-Sojabohnen erzielt, bei Baumwolle beträgt der GVO-Anteil 47 Prozent.

Erstmals weist der ISAAA-Report auch Flächen für gentechnisch veränderte Zuckerrüben aus, deren Anbau in den USA und Kanada zugelassen ist. Bereits im zweiten Jahr ihrer Vermarktung erreichten herbizidresistente gv-Zuckerrüben einen Anteil von 57 Prozent. Sie wurden auf knapp 260.000 Hektar angebaut.

Auf kleineren Flächen wurden noch gv-Papaya (USA, China), gv-Nelken (Australien, Kolumbien), gv-Alfalfa (Luzerne) und gv-Squash (USA) sowie gv-Pappeln (China) angebaut. Genauere Angaben dazu enthält der ISAAA-Report nicht.

Drei Länder haben 2008 erstmals gv-Pflanzen in ihrer Landwirtschaft eingesetzt: Bolivien baute auf 600.000 Hektar gv-Sojabohnen an, Burkina Faso auf 8.500 Hektar gv-Baumwolle und Ägypten auf 700 Hektar gv-Mais.

In Europa ist die kommerzielle Nutzung von gv-Pflanzen vergleichsweise unbedeutend. In sieben EU-Ländern addieren sich die Anbauflächen für Bt-Mais auf knapp über 100.000 Hektar, etwa 80 Prozent davon in Spanien.

Weitere Informationen

Source: TaransGen, 2009-02-11.

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