25 Februar 2005

Weltneuheit zur ZOW 2005: Die neue Leichtbauplatte von Resopal aus Hanf

Nach fast zweijähriger Entwicklungszeit stellt Resopal zur ZOW 2005 unter dem Produktnamen “Cannabis Excellent” Deutschlands erste Leichtbauplatte aus Hanf vor. Durch die Beschichtung mit RESOPAL® wird das ökologische Produkt ökonomisch attraktiv. Auch in der Verarbeitung und im Einsatz bietet sie Vorteile. Die Hanfplatte wiegt weniger als die Hälfte der konventionellen Holzspanplatte und bietet aufgrund ihrer geringeren Dichte bessere Dämmeigenschaften. Das niedrige Gewicht der Hanfplatte macht sich umso vorteilhafter bemerkbar, je dicker eine Platte wird.

Die Hanfplatte ist von Natur her frei von Formaldehydemissionen. Sie kann problemlos postforming-beschichtet, beschnitten, bekantet und ver-schraubt werden. “Cannabis Excellent” lässt sich mit konventioneller Schreiner-Technologie und vergleichbar geringerem Aufwand bearbeiten.

Ist die Hanfplatte an sich noch unwirtschaftlich und teuer, so wird sie durch die Beschichtung mit RESOPAL® wettbewerbs- und marktfähig. Unbeschichtet kostet die Hanfplatte zur Zeit etwa das Dreifache einer konventionellen Spanplatte. Mit der Resopal-Beschichtung liegt sie nur noch etwa 20 Prozent über vergleichbaren konventionellen Produkten. Mit Blick auf die Vorteile bei Transport und Handling sowie insbesondere auf die immer dicker werdenden Arbeitsplatten sieht Resopal eine echte Chance, “Cannabis Excellent” am Markt durchzusetzen und zu etablieren, zumal das geringe Gewicht auf allen nachgelagerten Verarbeitungsebenen Kosten reduziert.

Comeback des Hanfs

Hanf galt besonders in den USA schon in den 30er Jahren als profitable Pflanze. Fast alles kann aus ihr gemacht werden: Lebensmittel, Bekleidungstextilien, Arzneimittel, Baustoffe, Energie und technische Produkte. Ein neues Verfahren, aus Hanf wieder Papier herzustellen, sollte die Wälder retten. Die Dämonisierung der Nutzpflanze Cannabis Marihuana führte jedoch zum staatlichen Verbot mit weltweiten Konsequenzen. Erst die wissenschaftliche Aufarbeitung der damaligen Vorgänge und deren Veröffentlichung in den 80er Jahren bringt den Hanf wieder zurück. In Deutschland ist der Anbau des Nutzhanfs, der praktisch keine psychoaktiven Wirkstoffe mehr enthält, seit 1996 wieder zugelassen. In dem etablierten industriellen Umfeld hat er es allerdings schwer, seine frühere Bedeutung zurückzuerlangen.

Aus Zufällen entstanden

Die innovative Hanfplatte “Cannabis Excellent” ist das Ergebnis einer von vielen Zufällen und Umwegen geprägten Entwicklungspartnerschaft mehrerer Firmen. Neben dem Schichtstoffplatten-Hersteller Resopal gehören vor allem der Spanplattenhersteller Valentin von der Kosche Gruppe in Much bei Köln, die HAV NafiTech GmbH und mit ihr die Möller Gruppe in Bielefeld dazu, die als Autozulieferer zunehmend auch Hanffasern verarbeitet, weil mit Hanffaservliesen verstärkte Formpressteile für Auto-Innenverkleidungen günstigere Eigenschaften, eine bessere Energiebilanz und besseres Crashverhalten als konventionell glasfaserverstärkte Teile aufweisen.

Bei der industriellen Abspaltung der für die Automobilindustrie benötigten Hanffasern durch die HAV NafiTech fallen kontrolliert getrocknete Holzteilchen des Hanfs, die so genannten Schäben an, die Valentin zu hochwertigen Hanfspanplatten verpresst und Resopal dann oberflächen-veredelt.

Ideale Ökobilanz

Hanf hat beim Anbau sehr günstige ökologische Eigenschaften. In der Praxis wächst Hanf ohne Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Die Pflanze braucht eine Vegetationszeit von lediglich drei bis vier Monaten, in der sie bis zu vier Meter hoch wächst. Sie unterdrückt Unkraut und bei entsprechender Fruchtfolge sogar Schädlinge. Dabei bildet die Hanfpflanze lange Pfahlwurzeln aus, die eine tiefe Lockerung des Bodens bewirken und ein Umpflügen erübrigen. Organische Rückstände durch Blätter und Wurzeln bewirken, dass der Humusgehalt des Bodens nach einem Hanfanbau zunimmt. Da Hanf erst im April oder Mai ausgesät und schon im August geerntet wird, bleibt viel Zeit für den Anbau von Wintergetreide und -früchten. Der geringe Arbeitszeitbedarf für Anbau und Ernte macht ihn so profitabel wie Weizen. Hanf ist ein um ein vielfaches schneller als Bäume nachwachsender Rohstoff, der zudem mit geringerem Energieeinsatz weiter zu verarbeiten ist.

Anbau und Verarbeitung sind auf kurze Wege angewiesen, da das großvolumige Hanfstroh hohe Transportkosten verursacht und eine wirtschaftliche Weiterverwertung nur in der Nähe der Anbauregionen zulässt. Der in heimischen Regionen anzubauende Hanf ist dadurch vor kostengünstigeren Importen geschützt und entkoppelt sich damit vom zu erwartenden Anstieg der Rohstoffpreise.

Pluspunkte für Landschaft und Landwirtschaft

Die Ausweitung des Hanfanbaus böte der regionalen Landwirtschaft, der Landschaft und nicht zuletzt dem deutschen Standort neue Perspektiven. Sie böte eine relevante Alternative zu den unter Überkapazitäten leidenden traditionellen Nahrungsmittelmärkten sowie eine Alternative zu den gesellschaftlich nicht zu vermittelnden wie volkswirtschaftlich unsinnigen Flächenstilllegungsprämien zur Mengenregulierung. Der Hanfanbau erhält und pflegt die Landschaft, schont Ressourcen und schützt das Klima.

Die wirkungsvolle Alternative

Im Verbund mit der Hanfplatte kommen die Stärken von RESOPAL® zum Tragen, da die Beschichtung bereits die meisten Anforderungen erfüllt, die an einen Plattenwerkstoff gestellt werden. “Cannabis Excellent” ist deshalb eine alternative und überzeugende Lösung überall dort, wo Gewicht eine Rolle spielt, also beim Transport, beim Handling, bei der Verarbeitung und beim Einbau. Mit der Resopal-Beschichtung stehen gleichzeitig alle ästhetischen Möglichkeiten offen.

Source: Marketing + PR-Service Wilfried Wadsack GmbH vom 2005-02-24.

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