4 Mai 2004

Waldumbau: Bayern spurtet in Richtung Mischwald

München – Um schneller zu dem gesteckten Ziel von 50 Prozent Laubholz im Staatsforst zu kommen, legt Bayern nun einen “Zwischenspurt” ein. Forstminister Josef Miller stellte am Montag im Perlacher Forst bei München das neue “Waldumbauprogramm Klimawandel im Staatswald” (WUKS) vor. Mit dem Sonderprogramm, in das rund 40 Millionen Euro investiert werden, sollen in den nächsten zehn Jahren neben dem ohnehin laufenden Waldumbau zusätzlich 10.000 Hektar reiner Nadelholzwälder in Mischwälder umgewandelt werden. “Das bedeutet zehn Jahre lang täglich rund vier Fußballfelder an Mischwald zusätzlich”, sagte Miller. Die Kosten werden nach den Worten Millers durch Holzerlöse getragen. Die Laufzeit des Programms zeigt laut Miller, dass Vorsorge, Langfristigkeit und Nachhaltigkeit auch künftig die Grundsätze bayerischer Forstpolitik bleiben. Daran werde auch die Forstreform nichts ändern.

Bereits seit 25 Jahren läuft in Bayern der Umbau der Nadelholzbestände in Mischwald. Die Bilanz kann sich durchaus sehen lassen: Der Laubholzanteil hat in dieser Zeit um 40.000 Hektar zugenommen und liegt derzeit bei 30 Prozent. Die nachwachsenden Wälder sind bereits zu 90 Prozent Mischwälder. Das ist aber dem Forstminister noch nicht genug. Aufgrund der zu erwartenden klimatischen Veränderungen, die besonders Fichtenwälder bedrohen, ist schon jetzt dringender Handlungsbedarf geboten. Miller: “Wir müssen unsere Wälder bereits heute fit machen für das Klima von morgen”. Standortgemäße Mischwälder sind nach Aussage des Ministers deutlich stabiler und anpassungsfähiger gegenüber Umweltveränderungen. Große Bedeutung kommt beim Umbau der Buche zu, der von Natur aus dominierenden Baumart in Bayern. Wo es ihr zu trocken ist, kommen auch Eiche, Linde und Hainbuche zum Zug.

In diesem Frühjahr startet das Sonderprogramm an sieben Forstämtern: Scheßlitz, Bayreuth, Coburg, Hammelburg, Ebern, Bad Königshofen und München. Insgesamt sind an WUKS 60 Forstämter beteiligt.

Source: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten vom 2004-05-03.

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