7 Juli 2006

Waldgesamtrechnung: Mehr Wald in Deutschland

Der deutsche Wald wächst, auch wenn sein Zustand zu wünschen lässt.

Wiesbadener und Hamburger Forscher haben ermittelt, dass sowohl die bewaldete Fläche als auch der darauf vorhandene Holzvorrat in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben.

Der Gesamtwert dieses Holzes ist allerdings gesunken, ermittelten die Wissenschaftler des Statistischen Bundesamtes und der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft. Hauptursache dafür sei die Preisentwicklung auf dem Holzmarkt in den letzten Jahren.

Für ihre Studie nutzten die Forscher unter anderem Daten aus den Bundeswaldinventuren und den jährlichen Meldungen der Landesministerien über Neuaufforstungen und Rodungen. Die so berechnete Waldfläche ist in den Jahren 1993 bis 2004 von 10,8 auf 11,1 Millionen Hektar gestiegen – deutlich mehr, als aus den Flächennutzungsstatistiken ableitbar. Wahrscheinliche Hauptursache für diese Diskrepanz ist das nicht planmäßige Nachwachsen von Wald, ohne dass in den Katastern eine entsprechende Nutzungsänderung eingetragen wird.

Im gleichen Zeitraum stieg der Holzvorrat von 2,99 auf 3,46 Milliarden Vorratsfestmeter. So wurden im Jahre 2004 – teils begründet durch die Altersstruktur der Bestände – mit 35,4 Millionen Tonnen Holz nur etwa 82 Prozent des nutzbaren Zuwachses eingeschlagen. Der größte Teil des Einschlages wurde im Holzgewerbe weiterverarbeitet, etwa zu Bauholz, Verpackungsmitteln oder Lagerbehältern. Der Rest wurde als Brennholz verwertet oder ging in die Zellstoffindustrie.

Der Bericht zur Waldgesamtrechnung steht hier (PDF-Dokument, 0,7 MB) zum freien Herunterladen bereit.

Source: Statistisches Bundesamt Umweltökonomische Gesamtrechnungen (UGR) und Institut für Ökonomie, Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft im Mai 2006.

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