8 Juni 2005

Waldforschung in Brandenburg – Bund finanziert Großprojekt

Anpassungsfähigkeit von Eichen-Mischwäldern an Witterungsextreme und deren optimale Bewirtschaftung wird untersucht

Im Rahmen eines Verbundprojektes des Bundesforschungsministeriums hat die Landesforstanstalt Eberswalde (LFE) einen mehrjährigen Forschungsauftrag mit einem Finanzvolumen von 485.000 Euro erhalten. In den nächsten vier Jahren soll die Anpassungsfähigkeit von Eichen-Mischwäldern an Witterungsextreme und deren optimale Bewirtschaftung untersucht werden.

In Brandenburg spielt die Eiche beim Waldumbau als ökologische Alternative beziehungsweise Ergänzung zur Kiefer eine entscheidende Rolle, da sie auch auf nährstoffarmen Sandstandorten wächst und mit geringen Niederschlägen auskommt. Trotzdem ist diese Baumart anfällig gegen Witterungsextreme wie zum Beispiel im Trockenjahr 2003 und weist zum Teil hohe Schäden auf. Von der Industrie sind starke Eichenstämme gefragt, jedoch findet schwaches Eichenholz aus der Waldpflege aktuell noch keine optimale Verwendung.

“Darin liegt großer Forschungsbedarf”, erklärt Forstminister Dietmar Woidke (SPD). “Solche Forschungsprojekte stärken die Forst- und Holzwirtschaft als wichtigen Wirtschaftszweig und schaffen zusätzliche Arbeitsplätze, gerade auch für Nachwuchswissenschaftler im Forstbereich.”

Neben der LFE sind in dem Projektverbund die BTU Cottbus, die TU Dresden, die FH Eberswalde, die TFH Wildau, das PIK Potsdam, der Verband der Säge- und Holzindustrie Nord und die Holzindustrie Templin GmbH beteiligt. Das Gesamtprojekt mit einem Fördervolumen von rund 2,4 Millionen Euro wird von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus koordiniert.

Der Projektverbund schließt thematisch die Kette von der Forstökologie bis zur Holznutzung. Die beteiligten Einrichtungen werden in den nächsten Jahren u.a. der Frage nachgehen, wie ökologisch vitale Eichenwälder entwickelt werden können, mit denen gleichzeitig auch hohe wirtschaftliche Erlöse zu erzielen sind.

Im ganzen Land Brandenburg und sogar in Polen werden dazu Versuchsflächen ausgewählt, denn dort wachsen Eichenwälder bereits unter Bedingungen, die bei einer möglichen Klimaerwärmung auch zukünftig in Brandenburg zu erwarten sind.

(Vgl. Meldung vom 2004-07-14.)

Source: www.infoholz.de vom 2005-06-07.

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