16 Mai 2006

Wald und Holz zur Erreichung der Klimaschutzziele berücksichtigen

Waldbesitzer sehen sich in ihrer Forderung der Berücksichtigung der Senkenfunktion der Wälder zur Erreichung der Kyoto-Ziele bestätigt

“Die lang erwartete Wende im Klimaschutzprozess zeichnet sich ab. Neueste Gutachten bestätigen die bekannte AGDW-Forderung, die Senkenfunktion der Wälder zur Erreichung der Kyoto-Ziele zu berücksichtigen. Die Waldbesitzer stehen für eine Mitwirkung bei der Ausgestaltung der nächsten Verpflichtungsperiode bereit”, sagte Dr. Ute Seeling, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) nach einem Experten-Gespräch zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls im Umweltbundesamt in Berlin.

Nach derzeitigem Stand kann Deutschland seine Klimaschutzziele bis 2010 nicht erreichen. Vor diesem Hintergrund wird nun über eine erweiterte Nutzung und Anerkennung der Optionen nach dem Kyoto-Protokoll, denen sich Deutschland unter Bundesumweltminister Jürgen Trittin bislang verschlossen hatte, nachgedacht. So könnten forstwirtschaftliche Maßnahmen (z.B. Baumartenwechsel) oder die Nutzung langlebiger Holzprodukte in Zukunft als CO2-Senke anerkannt werden.

Anlässlich des 2. Experten-Gesprächs zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls wurden die Ergebnisse des Projekts “Senken in der 2. Verpflichtungsperiode” vorgestellt. Es wurde deutlich, dass es nicht mehr um die Frage des “Ob” einer Berücksichtigung der Senkenfunktion handelt sondern die Frage des “Wie” heute aktuell ist.

Der Fokus dabei liegt heute auf dem Schutz der Holzvorräte. Die Ergebnisse des Projektes stellen verschiedene Optionen wie die Fortsetzung bisheriger Aktivitäten, die Definition bzw. Einbeziehung gezielter, zusätzlicher Aktivitäten oder auch einen umfassenden neuen Ansatz unter Berücksichtigung der sich abzeichnenden Entwicklung der Landnutzungsformen vor.

“Es ist längst an der Zeit, dass die CO2-Speicherfunktionen der Wälder auch in Deutschland anerkannt werden, nachdem z.B. Großbritannien und Frankreich diesen Schritt schon vollzogen haben. Die Waldbesitzer werden den Prozess unter Hinweis auf ihre generationenübergreifende und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder weiter aktiv begleiten.

Denn was liegt näher, als die Kräfte der Natur, also die klimaschonenden Leistungen der Wälder selbst sowie den verantwortungsvollen Umgang mit den Wäldern durch die Waldbesitzer, für den Klimaschutz nutzbar zu machen?”, so Dr. Seeling.

Source: AGDW-Pressemeldung vom 2006-05-10.

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