18 Mai 2005

Waipuna – Heißschaum aus Mais und Kokos gegen Unkraut!

Alternative Methode aus Neuseeland überzeugt immer mehr Stadtväter

Auch die Stadt Norderstedt will ihrem Straßenunkraut künftig mit einem neuen umweltfreundlichen Verfahren aus Neuseeland zu Leibe rücken. Die “Waipuna“-Methode kann nämlich unwillkommene Gewächse mittels einer sanften Heißschaum-Behandlung wirksam eindämmen:

“Dazu wird Wasser, dem eine Lösung aus Mais und Kokosnussmilch beigemischt wird, bis auf 90 Grad Celsius erhitzt und anschließend auf die vom Unkraut befallenen Straßenflächen aufgetragen”, erklärt Jörg Süpke vom Team Natur und Landschaft der Stadtverwaltung. Hierbei ist der Schaum vor allem Hitzebinder, denn das Unkraut müsse einige Minuten lang mit mindestens 42 Grad völlig überdeckt sein, da nur so der Vegetationspunkt der Pflanzen nachhaltig geschädigt werden könne. Wobei die Unkräuter zwar nicht komplett absterben, aber nach der Behandlung erheblich langsamer wachsen.

Seit einem Jahr arbeitet die Gartenbau-Fachfirma Westphal aus Lübeck mit dieser innovativen und umweltfreundlichen Unkraut-Bekämpfungsalternative – und hat gute Erfahrungen gemacht. Schon etliche Wohnungsgesellschaften im Lübecker Stadtgebiet sowie die Bundeswehr an der Ostsee haben Westphal mit seiner erfolgreichen Heißschaum-Methode gegen übermäßiges Unkrautwachstum beauftragt. “Es ist kein Wundermittel, aber das Unkraut wird deutlich unterdrückt”, weiß Westphal-Mitarbeiter Michael Wichmann.

Die Stadt Norderstedt hat indes zunächst zur Probe einige Teststrecken frei gegeben, wo Jörg Süpke besonders zugewucherte Straßenkreuzungen in dieser Woche und ein weiteres Mal in vier Monaten mit Heißschaum behandeln soll. Falls der “Waipuna”-Einsatz sich als überzeugend erweist, will die Stadt die Heißschaum-Methode anschließend im gesamten Stadtgebiet anwenden. “Dieser erste Testlauf kostet die Stadt 1.200 Euro”, so Süpke.

Was für das Verfahren spricht: Der Heißschaum ist im Gegensatz zu herkömmlichen Herbiziden absolut umweltfreundlich und komplett biologisch abbaubar. Da die Stadt seit 1989 keine Pestizide mehr einsetzt, muss das Unkraut seitdem mühsam herausgeschnitten werden.

Seit Anfang 2003 läuft ein entsprechendes Projekt an der Uni Hohenheim, welches die Heißschaum-Methodik für die alternative Vegetationsregulierung als “Zukunftstechnologie” favorisiert. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und vom Technologiezentrum des VDI betreut.

(Vgl. Meldung vom 2004-10-20.)

Source: Hamburger Abendblatt und Waipuna NRW vom 2005-05-18.

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