21 August 2007

Wälder aufforsten oder Biokraftstoffe erzeugen?

Effektivere CO2-Bindung durch Vergrößerung der Waldflächen

Bei der Untersuchung von Strategien zur Verringerung von CO2-Emissionen haben Forscher der Universität Leeds in Großbritannien die CO2-Einsparung bei der Produktion von Biokraftstoffen mit der Aufforstung von Wäldern verglichen. Die auf einen Zeitraum von dreißig Jahren bezogene Rechnung ergibt eine um zwei bis neun Mal höhere Vermeidung des Klimagases bei der Neuaufforstung gegenüber der Biokraftstoffnutzung einer gleichen Fläche.

Ein zehnprozentiger Ersatz von Benzin und Diesel durch Biokraftstoffe würde zudem 38 Prozent der Landwirtschaftsfläche Europas und 43 Prozent der Landwirtschaftsfläche der USA erfordern. Dafür müssten Wälder und Grünland für den Biokraftstoff in Äcker umgewandelt werden. Die Studie bezieht sich auf einen Zeitraum von 30 Jahren, weil nach Einschätzung der Autoren dann CO2-freie Technologien einsatzbereit sein könnten.

Die Empfehlungen der Forscher: Zunächst sollten wir die fossilen Treibstoffvorräte der Erde besser ausschöpfen und effizienter nutzen. Langfristig könnte – bei nachhaltiger Nutzung – Biomasse aus Wäldern für die Treibstoffgewinnung verwendet werden. Bei der Nutzung von Holz und Holzabfällen rechnen die Forscher aus Leeds mit einer weitaus höheren Ausbeute von Biokraftstoff als bei Weizen, Mais oder Zuckerrohr.

Weitere Informationen

  • Matthias Gräbner: “Wald statt Biosprit.” In: Telepolis, 2007-08-20.
  • Renton Righelato und Dominick V. Spracklen (2007): Carbon Mitigation by Biofuels or by Saving and Restoring Forests? In: Science 317, S. 902.

(Vgl. Meldungen vom 2004-11-04, 2004-05-03 und 2007-07-13.)

Source: Science, 2007-08-17 und agrarheute.com, 2007-08-20.

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