1 Juli 2013

WACKER präsentiert verbessertes Bindemittelsystem für Biokunststoffe

19. Internationale Messe für Kunststoff und Kautschuk K 2013

Auf der 19. Internationalen Messe für Kunststoff und Kautschuk K 2013 bringt der Münchner Chemiekonzern WACKER ein weiterentwickeltes Bindemittel für die nächste Generation von Biokunststoffen auf den Markt. Mit dem Bindemittelsystem VINNEX® lassen sich Polymere aus nachwachsenden Rohstoffen wie handelsübliche Thermoplaste verarbeiten. Das System verbessert die physikalischen Eigenschaften der Biokunststoffe und macht die Materialien auch untereinander kompatibel. Die Kunststoff- und Kautschukmesse K 2013 findet vom 16. bis 23. Oktober in Düsseldorf statt.

Biokunststoffe gelten als vielversprechende und nachhaltige Alternativen zu erdölbasierten Produkten. Sie werden vielfach aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und sind idealerweise biologisch abbaubar. Verarbeitungsnachteile gegenüber herkömmlichen Thermoplasten verhinderten bisher jedoch einen breiteren Einsatz. Mit VINNEX®, einem auf Vinylacetat basierten polymeren Bindemittelsystem von WACKER, können Hersteller jetzt leistungsfähige Mischungen aus Biokunststoffen entwickeln. Diese lassen sich auch auf herkömmlichen Maschinen verarbeiten, ohne dass diese modifiziert werden müssen. Spritzgießen, Extrudieren, Vakuum- oder Thermoformen sowie Kalandrieren ist mit Hilfe von VINNEX® jetzt wesentlich einfacher.

Das Bindemittel verträgt sich mit vielen Biopolymeren. Dem Prinzip eines Baukastens folgend können verschiedene VINNEX®-Typen mit einzelnen oder mehreren Biopolyestern und Füllstoffen kombiniert werden. Je nach Anwendung lassen sich beispielsweise aus Polymilchsäure (PLA), Polyhydroxylalkanoat (PHA), Polybutylensuccinat (PBS) oder Stärke verschiedene Polymerblends erzeugen. Die physikalischen Eigenschaften der sonst schwer zu verarbeitenden Biopolymere verbessern sich dadurch deutlich. Abhängig von der Zusammensetzung und dem VINNEX®-Anteil sind die Polymerblends schlagzäher, schmelzstabiler oder flexibler als herkömmliche Biopolymere. So lassen sich je nach Anwendung die gewünschten Eigenschaften einstellen.

Erste Anwendungstests, beispielsweise mit PLA, sprechen für sich: Obwohl Polymilchsäure ein sehr steifer Werkstoff ist, lassen sich mit VINNEX® dünnste Folien problemlos herstellen und zudem noch besser verschweißen. Die Folien bleiben auch nach Zugabe des WACKER-Bindemittels hochtransparent. Weiterer Vorteil: Mit VINNEX® können auch weniger kompatible Biopolymere wie PLA und PBS miteinander verarbeitet werden. Das Composit besitzt die Vorteile beider Komponenten.

VINNEX® erlaubt es auch, Biokunststoffe, die für Heißabfüllungen gedacht sind, durch thermisches Tiefziehen herzustellen. Das neue Bindemittel könnte also schon bald als Rohstoff für Kaffeebecher oder Suppenbehälter dienen. Die dafür erforderliche Lebensmittelzulassung der EU und der US-amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde FDA besitzt WACKER bereits für ausgewählte VINNEX®-Typen.

VINNEX® eröffnet Biopolymeren ein wachsendes Anwendungsspektrum. Die neuen Blends lassen sich beispielsweise zu Verpackungsmaterialien für Nahrungsmittel, Broschüren, Bauteilen für Elektrogeräte oder selbstzersetzenden Gefäßen im Garten- und Agrarbereich verarbeiten. Unter industriellen Kompostierbedingungen sind die getesteten VINNEX®-Polymerblends, deren Bindemittelanteil üblicherweise zwischen 10 und 30 Prozent liegt, in weniger als 180 Tagen biologisch abbaubar. Experten schätzen, dass Biokunststoffe künftig bis zu 90 Prozent aller herkömmlichen Kunststoffe ersetzen könnten.

Besuchen Sie WACKER auf der K 2013 in Halle 6, Stand A10.

Source: WACKER Chemie AG, Pressemitteilung, 2013-07-01.

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