23 Februar 2005

Wachstumsjahr 2004: Erneuerbare Energien in Zahlen

Aufgrund technischer Weiterentwicklungen und sehr guter politischer Rahmenbedingungen – insbesondere dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und den Steuerbegünstigungen für Biodiesel – konnten sich die erneuerbaren Energien in den letzten Jahren in Deutschland beachtlich entwickeln: Von 1990 bis 2003 hat sich die Energiebereitstellung durch erneuerbare Energien versechsfacht! Der Gesamtumsatz im Bereich erneuerbare Energien liegt heute in Deutschland über 10 Milliarden Euro pro Jahr. 120.000 – 130.000 Menschen finden hier ihren Arbeitsplatz. Dabei sind die Arbeitsplätze, die am Export der EE-Technologien hängen, noch nicht einmal berücksichtigt.

Sattes Wachstum bei Biotreibstoffen, stabiles Wachstum im Strombereich, Stagnation bei der Solarwärme – das ist die Bilanz für 2004. Die neuesten Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien Statistik stellten heute Frithjof Staiß vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung und Rainer Hinrichs-Rahlwes vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Jahreskonferenz EE05 vor.
(Anm. d. Red.: Teilweise wurden Zahlen aus 2003 den Angaben des BMU entnommen.)

Strom, Wärme, Kraftstoff: Die Erneuerbaren Energien lieferten in 2004 rund 55,9 Terrawatt-Stunden (TWh) Strom und deckten so mit 9,3 Prozent fast ein Zehntel des deutschen Bruttostromverbrauchs. In 2003 waren es noch 7,9 Prozent. Erstmalig produzierten in 2004 Windräder mehr Strom als die Wasserkraft. In 2003 lagen die Anteile von Windkraft noch bei 39% und von Wasserkraft bei 44%. Außerdem ist Deutschland erstmals Weltmeister beim Zubau von Fotovoltaik-Anlagen: In 2004 hängten die Deutschen mit 300 Megawatt (MW) installierter Fotovoltaik-Leistung die Japaner mit 280 MW ab.

Auch an der Wärmeversorgung konnten die Erneuerbaren ihren Anteil leicht von 4,1% (2003) auf 4,2 Prozent steigern: Biomasse, Solar- und Geothermie erzeugten mit 62,1 TWh rund 1,3 TWh mehr als in 2003. Einer der wichtigsten erneuerbaren Energieträger sind hier die biogenen Festbrennstoffe, vor allem Holz.
Beim Kraftstoffverbrauch deckte Biodiesel im Jahr 2003 0,9% des Gesamtbedarfs. Die Biokraftstoffe überschritten in 2004 erstmals die Grenze von einer Million Tonnen (10,9 TWh).

Treibhausgase: Insgesamt sparten die Erneuerbaren Energien bei Kraftstoffverbrauch, Strom- und Wärmeerzeugung rund 70 Millionen Tonnen CO2, zehn Millionen Tonnen mehr als in 2003 – genauso viel, wie Energiewirtschaft und Industrie von 2002 bis 2012 einsparen sollen. Wind- und Wasserkraft minderten den CO2-Ausstoß um je etwa 21,5 Millionen Tonnen, die Biomasse um 5,7 Millionen Tonnen.

Geld: Die Gesamtinvestitionen in deutsche Neuanlagen betrugen im Bereich Erneuerbare Energien in 2004 rund 6,5 Milliarden Euro. Mit 2,4 Milliarden Euro investierte die Windenergie-Branche das meiste Geld in heimische Anlagen, danach folgen Fotovoltaik (1,5 Mrd. Euro), Biomasse zur Stromerzeugung (0,9 Mrd. Euro) und Biomasse zur Wärmeerzeugung (0,85 Mrd. Euro). Addiert mit den Erlösen aus dem Betrieb der EE-Anlagen ergibt sich für 2004 ein Gesamtumsatz in Höhe von 11,5 Milliarden Euro.

Source: Gemeinsame Pressemitteilung Bundesverband WindEnergie e.V., Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. und Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft vom 2005-02-22.

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