25 April 2016

Wachsende Märkte für Hanflebensmittel und Pharmazeutika – Milliarden-Umsätze in Europa möglich

Steigende Nachfrage im Lebensmittel- und Nahrungsergänzungsmittelbereich und der Pharmaindustrie

English version: http://news.bio-based.eu/growing-markets-for-hemp-food-and-pharmaceuticals-potential-billion-e-markets-in-europe

Das nova-Institut (Hürth) und HempConsult (Düsseldorf) haben die wachsenden Märkte für Hanflebensmittel und, in einer zweiten Studie, die Märkte für das nicht-psychotrope Cannabinoid CBD, das zunehmend als Nahrungsergänzungsmittel und Medikament nachgefragt wird, untersucht.

Hanf ist eine vielseitige Pflanze, die neben Fasern, Schäben und Samen auch Pharmazeutika liefert. Hanfsamen, kleine Nüsse mit hohem Nährwert, können roh gegessen oder zu Hanföl gepresst werden. Hanf zeichnet sich durch ein ausgezeichnetes und einzigartiges Fettsäureprofil und hochwertige Proteine aus. Hanfnüsse und -öl finden sowohl als Lebensmittel als auch in Futtermitteln Verwendung. Das nicht-psychotrope Cannabinoid CBD dagegen ist ein interessantes Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel, das ebenfalls aus Nutzhanf gewonnen wird. In der Europäischen Union wurde Nutzhanf im Jahr 2015 auf 25.000 ha angebaut, ein starker Anstieg von nur 8.000 ha im Jahr 2011. Die Ausweitung der Anbauflächen wurde primär durch die steigende Nachfrage im Lebensmittel- und Nahrungsergänzungsmittelbereich und der Pharmaindustrie vorangetrieben.

Hemp Food – nährstoffreiches „Super-(Bio-)Lebensmittel”

Die „Market Study on Hemp Food“ basiert auf einer Umfrage, die von August bis Oktober 2015 durchgeführt wurde. Befragt wurden 171 Produzenten und Händler von Hanflebensmitteln aus 21, größtenteils europäischen und nordamerikanischen Ländern. Als größte Stärke der europäischen und nordamerikanischen Hanfmärkte wurde dabei das Wachstumspotenzial und die gesundheitlichen Vorteile von Hanf genannt. Dabei sind die größten Marktsegmente „super food“, „nutritious food“ und „bio food“. Alle drei Märkte werden in der Studie analysiert und diskutiert, auch im Vergleich zu anderen Nüssen in der EU und den USA. Eine zweistellige Wachstumsrate mit steigender Nachfrage wird insbesondere für Hanfnüsse und -öl erwartet. Das Marktpotenzial von Hanfsamen bei einer 5-prozentigen Erschließung des europäischen Nussmarktes würde einem Umsatz von 1 Milliarde €/Jahr entsprechen. Zwei große Hürden verlangsamen jedoch das Wachstum: die aktuelle Gesetzeslage und das geringe Verbraucherbewusstsein.

Cannabidiol – hohes Potenzial für Pharma- und Lebensmittelindustrie

Die „Market Study on Cannabidiol (CBD)“ basiert auf der gleichen Befragung wie die Studie zu Hanflebensmitteln mit der Mehrzahl der Befragten aus Deutschland, den USA und Kanada. Aktuell wird die Marktnische CBD von mittelständischen Unternehmen dominiert. CBD ist ein relativ neues Produkt, daher ist es nicht verwunderlich, dass 87,5 % der Befragten sein Wachstumspotenzial auf den europäischen und nordamerikanischen Märkten als größte Stärke identifizierten. Für diesen jungen Markt sind steigende öffentliche und staatliche Wahrnehmung und geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen essenziell, sonst droht eine Störung des Marktes schon in der Frühphase. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen können die Größe des CBD-Marktes erheblich beeinflussen. Laut der Studie hat CBD als Medikament für chronische Krankheiten ein oberes Absatzpotenzial von 2 Milliarden € pro Jahr in Europa. Das untere Absatzpotenzial für CBD wird auf 24 Millionen € geschätzt, wenn es nur den Markt für rezeptfreie Naturheilmittel wie Baldrian erschließen kann. Der Abstand zwischen oberem und unterem Absatzpotenzial kann nur durch ein erhöhtes Verbraucherbewusstsein, weitere Investitionen in Forschung zum vermuteten medizinischen Nutzen und entsprechende gesetzliche Regelungen geschlossen werden. Auf allen drei Ebenen sind Fortschritte in Sicht.
Die Studie diskutiert im Detail das Absatzpotenzial für die Behandlung diverser Krankheiten mit CBD, wie etwa Epilepsie, Angststörungen, ADHS, Schizophrenie, entzündungsbedingten Schmerzen, Dystonie und weiteren.

Beide Studien werden erstmals auf der internationalen Nutzhanf-Konferenz „13th International Conference of the European Industrial Hemp Association“ vorgestellt, die am 1. bis 2. Juni in Wesseling bei Köln stattfinden wird (www.eiha-conference.org). 250 Hanfexperten aus aller Welt werden zu der weltgrößten Nutzhanf-Konferenz erwartet.

Sowohl die „Market Study on Hemp Food“ (für 200 €) als auch die „Market Study on Cannabidiol (CBD)“ (für 500 €) finden Sie unter www.bio-based.eu/top-downloads sowie unter www.bio-based.eu/markets

Diese Pressemitteilung als PDF: 16-04-25 PM Studien Hanf Lebensmittel und Pharmazeutika

Source: nova-Institut GmbH, Pressemitteilung, 2016-04-25.

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