12 März 2004

Vorpommerscher Kartoffeltag: Minister will mehr Erdäpfel

Absatz für 5.000 Hektar Mehrertrag gesichert

Vor bereits 300 Jahren begann der Siegeszug der Kartoffel durch Deutschland von Vorpommern aus. Noch 1989 wuchsen die Erdknollen auf der sechsfachen Fläche von heute – bis die EU-Ausgleichszahlungen letztlich auf Getreide und Raps beschränkt wurden und die Stärkewurzel dagegen unlukrativ abschnitt.

Dies soll sich ab 2005 endlich ändern, denn dann erhält der Landwirt seine 312 Euro pro Hektar, egal was er anbaut. So traf denn Minister Till Backhaus (SPD) auf dem sechsten Vorpommerschen Kartoffeltag in Züssow mit seinem Appell, künftig mehr Anbaufläche für die vielseitige Feldfrucht einzuplanen, auf offene Zustimmung seitens der 100 teilnehmenden Landwirte.

So sei Vorpommerns Boden und Klima seit jeher ideal für die Zucht von Pflanzkartoffeln, also des Saatgutes für Speise-, Stärke- oder Industriekartoffeln, da in den so genannten “Gesundlagen” Nord- und Ostvorpommerns sowie in Demmin das Risiko des Schädlings- und Krankheitsbefalls besonders niedrig sei.

Nach Berechnungen der Landwirtschaftsberatergesellschaft LMS verdienten beispielsweise die Anbauer von Stärkekartoffeln in Vorpommern pro Hektar 500 Euro und bei Beregnung sogar 1.000 Euro mehr als der Landesdurchschnitt.

Mit garantiertem Absatz könnten künftig auf zusätzlichen 5.000 Hektar Kartoffeln angebaut werden, zumal die Chips- und Püree-Fabriken in Stavenhagen und Hagenow laut Backhaus ihre Produktion zu erweitern beabsichtigen. Bislang mussten die Werke jährlich 100.000 Tonnen außer Landes beziehen, und auch die Stärkefabriken in Kyritz und Dallmin benötigten zur Ausschöpfung der von der EU zugeteilten Quote runde 30.000 Tonnen mehr Erdknollen.

Wie von Michael Schonert, dem Chef der Kyritzer Stärkefabrik zudem bemerkt wurde, könne selbst der EU-Beitritt Polens, welches immerhin als viertgrößter Kartoffelproduzent der Welt gilt, keine Konkurrenzstellung zur heimischen Qualität einnehmen. Eher könnten durch den Wegfall der Schutzzölle vermutlich mehr deutsche Qualitätskartoffeln exportiert werden. “Jetzt brauchen wir nur noch Landwirte, die die günstigen Rahmenbedingungen nutzen”, stellte Backhaus abschließend fest.

(Vgl. Meldungen vom 2003-12-27 und 2003-10-06.)

Source: Ostsee Zeitung vom 2004-03-12.

Share on Twitter+1Share on FacebookShare on XingShare on LinkedInShare via email