4 Dezember 2006

Von Wellness bis Versace – Mais erschließt sich neue Felder

Das Interesse an biologisch abbaubaren Produkten – den so genannten Biokunststoffen – wächst. Vor dem Hintergrund gestiegener Energie- und Rohstoffpreise und der Nachhaltigkeitsdebatte denken offenbar viele Unternehmen über natürliche Rohstoffalternativen nach, schreibt das Deutsche Maiskomitee e.V. (DMK) und bezieht sich dabei auf die Ergebnisse der “First European Bioplastics Conference” am 21. und 22. November in Brüssel.

Vor Jahren fanden Biokunststoffe als Verpackungsmaterial lediglich im Biomarkt Verwendung. Mittlerweile halten sie auch in großen Einzelhandelsketten bei konventionellen Produkten Einzug. Insbesondere bei frischem Obst und Gemüse gewinnen die kompostierbaren Verpackungen immer mehr an Bedeutung. Damit bestätigt sich nach Angaben des DMK ein Trend, der schon vor Jahren einsetzte.

Neben den Verpackungen für Obst und Gemüse, Konfekt oder Feinkostprodukte gibt es auch biologisch abbaubares Klebeband oder Wattestäbchen. In Deutschland ist seit einigen Wochen ein Wellnessgetränk in biologisch abbaubaren Flaschen aus Polymilchsäure (PLA) in den Drogeriemärkten Drospa und Ihr Platz erhältlich. Microsoft und Sony produzieren Walkman-Gehäuse aus biologisch abbaubaren Stoffen und selbst in der Produktion von Textilien gibt es immer mehr interessante Anwendungen.

Der Bergsportausrüster Salewa bietet seit dem vergangenen Jahr Kleidung aus so genannten Ingeo-Fasern an, die aus Maisstärke hergestellt werden. Nun hat selbst das italienische Modehaus Versace diese Entwicklung aufgegriffen und verkauft eine Winterjacke aus 100% Mais.

Als Stärkelieferant hat der Mais an diesen Entwicklungen einen ganz entscheidenden Anteil, berichtet das DMK. Die Stärke lässt sich aus dem Maiskorn extrahieren. Sie wird durch Enzyme in Traubenzuckermoleküle aufgespalten und durch Bakterien in Milchsäure umgewandelt. Die einzelnen Milchsäuremoleküle werden dann wiederum zu kettenförmigen Polymilchsäuremolekülen verknüpft. Diese Polymilchsäure dient dann als Vorstufe zur Faser und lässt sich wie Kunststoff auf Erdölbasis verarbeiten.

(Vgl. Meldungen vom 2006-11-27 und 2006-10-30.)

Source: Maiskomitee vom 2006-11-29.

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