28 April 2020

Von der Erde, zurück zur Erde

In Österreich werden jährlich über eine Million Tonnen Biomüll gesammelt und zu Bioerde und Dünger weiterverarbeitet. Aber nur getrennt gesammelt kann Bioabfall zu einem wertvollen Rohstoff werden

Der Tag der Erde, der am 22. April in über 175 Ländern zelebriert wird, weist auf die Bedeutung eines ökologischen und umweltbewussten Lebensstils hin. Er soll jeden einzelnen dazu aufrufen, einen persönlichen Beitrag für den Schutz der Erde zu leisten. Dazu gehört auch, im Sinne der Kreislaufwirtschaft Bioabfall sorgfältig zu sammeln, damit wertvoller Dünger daraus entstehen kann. Jedes Jahr sammeln die Österreicherinnen und Österreicher schon ziemlich viel Biomüll – von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, aber in etwa 114 kg pro Einwohner* – doch gibt es nach wie vor Luft nach oben.

Hans Roth, Präsident des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe: „Noch immer landen viel zu viele Bioabfälle im Restmüll. Besonders in diesen Zeiten, in denen wir viel Zuhause sind, kann ein Umdenken stattfinden. Biogener Abfall ist einfach zu kostbar, um im Restmüll zu landen und soll unbedingt getrennt entsorgt werden! Mir ist bewusst, dass das Trennen von Biomüll oder die eigene Kompostierung ein gewisser Mehraufwand bedeutet, doch nur wenn jeder seinen Beitrag leistet, können wir einen Unterschied machen und der Erde etwas zurückgeben.“

Tipps und Tricks zur Trennung von Biomüll

Was gehört in die Biotonne? Altes Brot und Gebäck, Bananenschalen, Obst- und Gemüseabfälle, Holzasche und Kaffeesud und dergleichen, aber auch unbeschichtete Papiersackerl, die für die Vorsammlung der biogenen Abfälle im Haushalt verwendet werden. Zum Sammeln wird am besten ein Vorsammelgefäß mit Deckel verwendet, das am besten an einem kühlen, leicht erreichbaren Platz gelagert wird, wie zum Beispiel unter der Spüle. Um Geruchsbelästigung zu vermeiden, sollte der Inhalt alle 2-3 Tage entleert werden.

Aber Achtung: Fleisch, Knochen, manche Speisereste oder verdorbene Lebensmittel können bei der Sammlung zu Problemen führen. Diese sind entweder hygienischer Natur oder durch einen zu hohen Salzgehalt bedingt. Bei Unsicherheiten am besten bei den lokalen Gemeinden informieren, denn je nach Verwertungsverfahren muss geklärt werden, ob derartige biogene Abfälle im Biomüll gesammelt werden sollen.
Hygieneartikel, Kohleasche, beschichtetes Papier, Zigarettenkippen, Staubsaugerbeutel, Lederabfälle und auch Kehricht oder beschichtetes Holz dürfen nicht in den Biomüll.

Was passiert mit dem Biomüll?

Aus Biomüll wird wertvoller Dünger, der sowohl für den eigenen Garten als auch für die Landwirtschaft genutzt werden kann. Die niederösterreichische Firma Abfallservice Jüly zeigt, wie dieser Kreislauf funktioniert. Der gesammelte Biomüll wird in das Kompostwerk geliefert, und dort zusammen mit gehäckseltem Grünschnitt vermengt. Diese Mischung wird anschließend in sogenannten Kompostmieten aufgebracht. Innerhalb von sechs Wochen erfolgt die Umwandlung von Bioabfall zu Kompost. Dabei werden in den Kompostmieten Temperaturen bis zu 70 Grad Celsius erreicht – dadurch werden Krankheitskeime und auch Schneckeneier abgetötet. Der entstandene Kompost wird anschließend für die hauseigene Landwirtschaft als Dünger genutzt.

Geschäftsführerin Gaby Jüly: „Bei uns wird Biomüll aus dem gesamten Bezirk erfolgreich wiederverwertet, dadurch produzieren wir 3.000 Tonnen Fertigkompost pro Jahr! Diese wertvolle Ressource wird auch in Zeiten von Corona weiterhin gebraucht. Wer seinen Biomüll noch nicht trennt, könnte doch heute damit anfangen. Denn wir sind alle mehr zu Hause und vielleicht ist es genau jetzt an der Zeit, den eigenen Umgang mit Biomüll zu überdenken.“

Tag der Erde: Ein Tag, um uns an unsere Verantwortung gegenüber der Erde zu erinnern
Initiiert durch eine US-amerikanische Studentenbewegung in der 1970er Jahren werden die Menschen am 22. April besonders dazu aufgerufen ihren Umgang mit Ressourcen, ihr Konsumverhalten und ihre Abfallproduktion kritisch zu hinterfragen. Der diesjährige Tag der Erde steht unter dem Motto ‚Global denken – lokal handeln‘ und soll insbesondere junge Menschen dazu einladen, sich an kreativen Umweltprojekten zu beteiligen, Initiativen zu vernetzen und öffentliche Aufmerksamkeit zu schaffen. Grund genug, um den eigenen Umgang mit Biomüll zu hinterfragen.

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Hans Roth, Präsident VOEB und Gaby Jüly, Geschäftsführerin Abfallservice Jüly ©VOEB, Kurt Keinrath

 

 

* Laut Statusbericht der Abfallwirtschaft in Österreich 2019

 

Über den VOEB

Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ist die freiwillige Interessensvertretung der kommerziell geführten Abfallwirtschaftsunternehmen in Österreich. Der Verband vertritt derzeit über 250 Mitgliedsunternehmen und repräsentiert somit zwei Drittel – gemessen am Umsatz bzw. an den Beschäftigten – der privaten Abfall- und Ressourcenwirtschaft. Die Branche beschäftigt direkt und indirekt ca. 43.000 Mitarbeiter, entsorgt rund zwei Drittel des gesamten in Österreich anfallenden Abfalls in 1.100 High-Tech-Anlagen und erwirtschaftet Umsätze in der Größenordnung von 4 Mrd. Euro pro Jahr.

Source: VOEB, Pressemitteilung, 2020-04-21.

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