31 Juli 2014

TOP Vom Gärprodukt zum Holzwerkstoff

– eine innovative Verwendung von Gärprodukten

Gerade die großen Betreiber von Biogasanlagen stehen zunehmend vor dem Problem, Gärprodukte aus ihrer Biogasproduktion optimal in Wert zu setzen. Eine stoffliche Nutzung der Gärprodukte in der Holzwerkstoffindustrie ist hier eine ganz neue Option, die für viele Anlagenbetreiber ökologisch und ökonomisch interessanter sein kann als andere Nutzungsformen. Ein Workshop des nova-Instituts am 9. September 2014 im Maternushaus in Köln zeigt die Ergebnisse eines Modellprojektes auf und diskutiert Perspektiven.

Die Idee: Doppelter Nutzen für die Holz- und Biogas-Branche

Eine steigende Holznachfrage aus dem Energiebereich führt
 zu einer Verknappung und Verteuerung von Holz – dies gilt insbesondere für Sägenebenprodukte. Weder cellulosehaltige Ackerkulturen noch Reststoffe stehen in ausreichender Menge und zu günstigen Preisen zur Verfügung. Auch Rohstoffimporte stellen laut neuesten Untersuchungen keine Alternative dar.

Gleichzeitig stehen Betreiber von Biogasanlagen zunehmend unter Druck, ihre Gärprodukte optimal in Wert zu setzen. Insbesondere große Biogasanlagen können diese regional nur zu gewissen Teilen absetzen. Das Projekt „Stoffliche Nutzung lignocellulosehaltiger Gärprodukte für Holzwerkstoffe“ verfolgt deshalb das Ziel, ein Verfahren zur stofflichen Nutzung von lignocellulosehaltigen Reststoffen aus der Biogasproduktion für die Holzwerkstoffindustrie zu entwickeln. Dabei liegt der Fokus auf der technischen Realisierung, der ökonomischen Machbarkeit und der ökologischen Bewertung.

So funktioniert’s: Kaskadennutzung von Biogassubstraten

Gärprodukte aus Biogasanlagen werden über das patentierte ANAStrip-Verfahren von anorganischen Stickstoffbestandteilen gereinigt: Der Stickstoff wird in einer Ammoniumsulfatlösung gebunden und kann als konzentrierter Mineraldünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Die festen Bestandteile (Fasern) der Gärprodukte werden von der flüssigen Phase separiert, für die weitere Verwendung aufbereitet und als Rohstoff für die Produktion von Spanplatten, mitteldichten Faserplatten und Laminat-Fußboden genutzt. Die festen faserhaltigen Bestandteile von Gärprodukten sind eine vielversprechende Rohstoffalternative für die Holzwerkstoffindustrie, weil sie ganzjährig in großen Mengen verfügbar sind und ähnliche Eigenschaften wie konventionelle Einsatzstoffe besitzen.

Das Projekt bildet somit die erste funktionierende Prozesskette zur Kaskadennutzung von Biogassubstraten in der Holzwerkstoffindustrie ab: Nach der energetischen Nutzung in der Biogasproduktion erfolgt die stoffliche Nutzung der Gärprodukte in einer hochwertigen Anwendung, dem Laminat-Fußboden. Dieser kann später erneut stofflich (durch Recycling) und abschließend wieder energetisch genutzt werden.

 Wann und wo kann ich mehr darüber erfahren?

Der Workshop „Vom Gärprodukt zum Holzwerkstoff – eine innovative Verwendung von Gärprodukten“ findet am 09. September 2014 in der Zeit von 10:00 bis 16:00 Uhr im Maternushaus in Köln statt. Näheres zum Programm finden Sie unter www.bio-based.eu/gaerprodukte/programm.

Für die Veranstaltung werden etwa 50 Teilnehmer aus der Landwirtschaft, der Biogasbranche, der Holzwerkstoffindustrie sowie der Wissenschaft und Forschung erwartet. Anmeldung online unter www.bio-based.eu/gaerprodukte/anmeldung.

Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) unter dem Aktenzeichen 28691-34 im Zeitraum vom 10.04.2012 bis zum 09.10.2014 gefördert. Das Projekt wird von der nova-Institut GmbH geleitet. Projektpartner sind BENAS Biogasanlagen GmbH, GNS – Gesellschaft für Nachhaltige Stoffnutzung mbH, Glunz AG, und der LaminatePark GmbH & Co KG.

Kontakt:

Linda Engel

Tel.:+49 (0)2233 4814 58

E-Mail: linda.engel@nova-institut.de

 

Verantwortlicher im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P.):

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Das nova-Institut wurde 1994 als privates und unabhängiges Institut gegründet und ist im Bereich der Forschung und Beratung tätig. Der Fokus liegt auf der bio-basierten und der CO2-basierten Ökonomie in den Bereichen Rohstoffversorgung, technisch-ökonomische Evaluierung, Marktforschung, Ökobilanzen (LCA), Öffentlichkeitsarbeit, B2B–Kommunikation und politischen Rahmenbedingungen. Mit einem Team von mehr als 20 Mitarbeitern erzielt das nova-Institut einen jährlichen Umsatz von über 2 Mio. €.

Diese Pressemitteilung als PDF: 14-07-30_PM_Innovative_Verwendung_von_Gaerprodukten_nova

Source: nova-Institut GmbH, Pressemitteilung, 2014-07-30.

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