3 Juli 2007

Volkswirtschaftliche Aspekte des Bioenergiebooms

Hessische Landesregierung veranstaltete Bioenergiekongress

“Der derzeitige Boom der Bioenergie in Deutschland und Hessen wirft eine Vielzahl von Chancen aber auch Fragen auf. Ziel unseres Bioenergiekongresses ist es daher zu diskutieren, wo die Potenziale und Grenzen der Bioenergie liegen, welche volkswirtschaftlichen Aspekte bei der Nutzung beachtet und welche neuen Wege beschritten werden müssen, um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und die Stärkung der regionalen Wirtschaft noch effizienter und vor allem nachhaltiger zu gestalten, erklärte heute der Hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel anlässlich der Eröffnung des Kongresses “Bioenergie und Grüne Rohstoffe – Volkswirtschaftliche Aspekte der Biomassenutzung” in Frankfurt am Main.

Initiiert wurde dieser Kongress von der Hessischen Landesregierung mit dem Ziel, den von der Bioenergienutzung unmittelbar und mittelbar betroffenen Unternehmen der Holz- und Agrarwirtschaft Gelegenheit zu geben, ihre Meinungen zu den Auswirkungen des aktuellen Booms in der Bioenergienutzung und ihre Vorstellungen zu den Perspektiven der Förderung durch Bund und Land Hessen vorzutragen.

Etwa 160 geladene Teilnehmer, vor allem Vertreter und Vertreterinnen von Unternehmen, haben auf dem Kongress die Möglichkeit, Vorträge und Statements von hochrangigen Rednern aus Wissenschaft und Wirtschaft über die volkswirtschaftlichen Aspekte der Bioenergienutzung zu hören. Im Anschluss an die Vorträge finden insgesamt vier Diskussionsforen zu den Themen “Nutzungskonkurrenzen in der Holzwirtschaft”, “Nutzungskonkurrenzen in der Landwirtschaft”, “Zukunft der Förderinstrumente” oder “Volkswirtschaftliche Impulse der verstärkten Bioenergienutzung” statt.

Nach dem Einführungsvortrag durch Minister Wilhelm Dietzel erläutert der parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV), Dr. Peter Paziorek, die Vorstellung seines Hauses zum weiteren Ausbau der Biomassenutzung.

Ein thematischer Schwerpunkt des Kongresses liegt auf den Bioenergiepotenzialen und der Nutzung biogener Ressourcen in Europa, Deutschland und Hessen. “Die von der Europäischen Union für die kommenden Jahre bis 2020 gesetzten Energieziele werden den Einsatz von Biomasse zur Erzeugung von Strom, Wärme und Kraftstoffen weiter forcieren. Dies ist eine Entwicklung, die von der Hessischen Landesregierung begrüßt wird”, erläuterte der Minister.

Die energetische Nutzung von Biomasse wird in Deutschland auch durch gesetzliche Rahmenbedingungen des Bundes wie beispielsweise durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) gefördert. Ergänzend gibt es viele Förderprogramme des Bundes und der Länder für investive Maßnahmen und für die Forschung und Entwicklung. “Das Ergebnis dieser Maßnahmen ist ein Boom in der Bioenergienutzung – man kann ohne Übertreibung von einer wirtschaftlichen und klimapolitischen Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre sprechen. Im Zeitraum von 1999 bis 2006 wurden insgesamt 53 Biogasanlagen und 92 große Holzhackschnitzelfeuerungsanlagen sowie 101 Holzpelletanlagen gefördert. Zusammen haben diese eine elektrische Leistung von 57.000kW”, so der Minister.

Den Auswirkungen der Bioenergienutzung auf die technische Innovation, Umsätze und Arbeitsplätze, z.B. den Anlagenbau in Hessen, und den Fragen der Nachhaltigkeit vor allem bei der Rohstoffproduktion im Ausland ist auf den Kongress ein eigenes Forum gewidmet.

Die Ergebnisse des Bioenergiekongresses werden von dem Staatssekretär des Hessischen Umweltministeriums, Karl-Winfried Seif, abschließend zusammengefasst und hinsichtlich der Auswirkungen auf die hessische Landespolitik bewertet.

“Ich möchte mit dieser Veranstaltung den betroffenen Branchen in ihrer ganzen Breite Gelegenheit geben ihren Standpunkt vorzutragen. Ich wünsche mir einen ergebnisoffenen Diskurs und fordere sie auf, die Gelegenheit zu nutzen, um mit den Referenten aus allen Branchen zu sprechen”, betonte der Minister abschließend.

(Vgl. Meldungen vom 2007-06-12, 2007-04-24 und 2007-06-26.)

Source: Hessisches Ministerium für Umwelt, ländl. Raum und Verbraucherschutz, Pressemitteilung, 2007-06-27.

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