29 Mai 2002

Volkswagen AG setzt auf Synthesegas aus nachwachsenden Rohstoffen

Vergärung von Biomasse - umweltfreundliche Kraftstoffe der Zukunft

Um “SunFuel” und VW-Kraftstoffstrategie drehten sich die Themen bei einer Zusammenkunft von Politikern des CDU-Arbeitskreises Wirtschaft und Landwirtschaft, Kreis-Nienburger Kommunalpolitikern, Hauptverwaltungsbeamten sowie Landwirten im VW-Werk in Wolfsburg. So könnten laut Professor Dr. Wolfgang Steiger von der Forschungsabteilung der Volkswagen AG “in den nächsten zehn Jahren und mehr statt Biodiesel wesentlich größere Anteile umweltfreundlicher Kraftstoffe aus Biomasse erzeugt und die Landwirtschaft als sicherer Lieferant mit Energiepflanzen einbezogen werden”. Gegenüber der Wertabschöpfung des Biodiesels von 30 Prozent sei in zehn Jahren mit der Vergärung der gesamten Rapspflanze eine marktfähigere Wertabschöpfung von über 50 Prozent möglich. Die Ökobilanz sei insbesondere dann positiv, wenn die Rapspflanze im Umkreis von 70 bis 90 Kilometern beschafft würde.

Die Vergärung von Biomasse wie der Rapspflanze zu einem verflüssigten Synthesegas als Kraftstoff stellt für Steiger eine sichere Versorgung dar, die gesamtwirtschaftlich tragbar ist und Umwelt- und Klimaschutz berücksichtigt. Außerdem sei sie rasch umsetzbar, wohingegen die Entwicklung des Wasserstoffmotors und der Brennstoffzelle bis zur Serienreife noch mehr als zehn Jahre dauere. Außerdem biete Synthesegas Anwendungsvorteile wie die heutiger Kraftstoffe, Nutzung vorhandener Infrastruktur, Potenzial für weitere Verbrauchsminderungen, Chancen für neue, optimierte Brennverfahren und Umstellung der Primärenergie sowie weit reichendeVerfügbarkeit.

“Wenn man wollte, wäre mit der neuen Technik eine große Marktbewegung möglich. Aber da sind wohl die Multis dagegen”, kommentierte hierzu der Vorsitzende des Wirtschaftsförderungsausschusses des Kreistags, Gunter Rahlfs (Uchte), der diese Entscheidung der “großen Politik” anträgt. Mit Rahlfs war sich der Vorsitzende der Kreis-Nienburger Mittelstandsvereinigung, CDU-Landespolitiker Willi Heinking (Landesbergen) einig, dass die zukunftsweisende Technik einen Hauptproduktionszweig der Landwirtschaft und daher eine bedeutende Zukunftsaufgabe darstelle, welche das Selbstbewusstsein der Landwirte ohne Subventionen stärke.

(Vgl. auch Meldung vom 2002-04-26.)

Source: www.DieHarke.de vom 2002-05-29.

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