14 Juli 2005

Verwirrung um Umweltschädlichkeit von Biosprit

Die im Spiegel Online vergangene Woche zitierte und offensichtlich ungeprüfte Übernahme der zentralen Aussagen aus der Zusammenfassung einer US-Studie zur Ökobilanz von Biodiesel und Bioethanol sorgt in Fachkreisen für Diskussion über die bisher vorliegenden Ökobilanzergebnisse bei Biokraftstoffen. (Vgl. Meldung vom 2005-07-07.)

Hierzulande weisen Experten darauf hin, dass die im Spiegel-Pressebericht wiedergegebenen Autoren David Pimentel, Professor für Ökologie und Landwirtschaft an der Cornell Universität und Tad Patzek von der Berkeley Universität, Kalifornien turnusmäßig im zweijährigen Rhythmus seit den 90er Jahren Ökobilanzvergleichsstudien zu Biokraftstoffen veröffentlichen. Wiederholt kommen die amerikanischen Experten zu dem Ergebnis, dass Bioethanol bzw. Biokraftstoffe generell eine negative Energie- und Klimagasbilanz aufweisen.

Als Ursache für dieses Ergebnis sind nach Auffassung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) methodische Mängel anzuführen. Die Autoren orientieren sich nicht an den internationalen Regeln zur Erstellung von Ökobilanzen und es werden Daten zugrunde gelegt, die üblicherweise nicht in Ökobilanzen Verwendung finden, wie z.B. die Nahrungsmittelaufnahme der Landwirte oder auch die Verwendung von Basisdaten für die Stickstoffdüngerproduktion aus den 70er Jahren. Zudem werden in den bisher untersuchten Studien wichtige Nebenprodukte nicht betrachtet, wodurch sich das Ergebnis maßgeblich verändert.

Die UFOP nimmt die Pressemeldung zum Anlass, erneut auf die Gemeinschaftsstudie von UFOP und der Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV) hinzuweisen. Gemeinsam mit Vertretern der Fahrzeugindustrie und der Landwirtschaft wurden in einer Arbeitsgruppe Ergebnisse einer internationalen Bestandsaufnahme über Ökobilanzen bei Biokraftstoffen ausgewertet. Diese Studie, die vom Institut für Energie und Umwelt erarbeitet wurde, steht als Download hier unter dem Titel: “CO2-neutrale Wege zukünftiger Mobilität durch Biokraftstoffe: Eine Bestandsaufnahme” – im Gegensatz zur Studie von Pimentel und Patzek – kostenfrei zur Verfügung.

Source: UFOP-Pressemeldung vom 2005-07-12.

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