9 Juni 2004

Verstärkung flächiger Massivholzelemente durch Holz-Textil-Verbund

Forschungsvorhaben zur Verstärkung durch multiaxiale textile Strukturen abgeschlossen

Der Einsatz textiler Faserbewehrungen ermöglicht eine effiziente Verstärkung von Holzbauteilen. Die wesentlichen Vorteile solcher Holz-Textil-Verbundwerkstoffe liegen im günstigen Verhältnis von Steifigkeit und Gewicht als auch in der Möglichkeit, die Einzelschichten beliebig zu orientieren.

Ziel eines kürzlich am Institut für Baukonstruktion und Holzbau der TU Dresden abgeschlossenen Forschungsvorhabens war es, eine grundlegende Verstärkungstechnologie für massive flächige Holzbauteile zu entwickeln. Hierbei galt es geeignete textile Strukturen und Klebstoffe zu identifizieren, die erzielbare Traglaststeigerung zu ermitteln sowie das Trag- und Verformungsverhalten textilverstärkter Massivholzelemente auch rechnerisch zu erfassen.

Die Untersuchungen bestätigen, dass die Technologie der textilen Bewehrung von Massivholzelementen zu einer Verbesserung der Traglasteigenschaften führt. Eine Ertüchtigung der Platten kann je nach Belastungsart und Anwendungsfall vorgenommen werden. Dabei übernehmen die textilen Strukturen primär die Aufgaben der Querlagen, so dass die Brettlamellen in Haupttragrichtung orientiert werden können, die Bewehrung dient der Ertüchtigung der schwachen Achse und verringert die konstruktive Anisotropie. Die Biegesteifigkeit lässt sich so deutlich steigern: der mittlere Biege-E-Modul liegt etwa 40% über dem der Referenzprobe.

Die textile Verstärkung erwies sich als universell einsetzbare Verstärkungsform sowohl senkrecht als auch in Bauteilebene belasteter Massivholzflächen. Die Untersuchungen zeigten auch, dass sich die Spannungsverteilung in den Einzelschichten und auch das Verformungsverhalten textilbewehrter Schichtholzplatten durch bestehende Berechnungsmodelle gut abgebildet wird. Der rechnerische Nachweis von Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit kann demzufolge auf Grundlage des Eurocodes erfolgen.

Weitere Informationen zum Forschungsvorhaben erhalten Sie über die:

Deutsche Gesellschaft für Holzforschung e.V.
E-mail: forschung@infoholz.de

Professur für Ingenieurholzbau und baukonstruktives Entwerfen

(Vgl. Meldung vom 2002-08-22.)

Source: www.infoholz.de vom 2004-06-07.

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