7 Juni 2004

Verkehr: Bundesregierung will Biotreibstoff-Anteil steigern

Berlin – Die Bundesregierung rechnet damit, dass langfristig deutlich mehr als zehn Prozent des Primärenergiebedarfs Deutschlands über Biomasse gedeckt werden kann. Die Prognose basiert darauf, dass die Energieeffizienz deutlich gesteigert werden kann. Etwa zwei Millionen Hektar Ackerfläche pro Jahr könnten zum Anbau von Energiepflanzen genutzt werden, wobei jeweils ein Drittel der Fläche für die Erzeugung fester, flüssiger und gasförmiger Bioenergieträger verwendbar seien.

Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (15/3153) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (15/3018) weiter ausführt, strebt sie mit der Europäischen Union zusammen an, den Anteil erneuerbarer Treibstoffe, so genannter Biotreibstoffe, für den Verkehr deutlich zu steigern.

Bereits im Jahr 2002 hätten 1,372 Millionen Tonnen Kohlendioxid durch den Einsatz von Biodiesel vermieden werden können. Eine gesteigerte Nachfrage nach Biotreibstoffen verspricht sich die Bundesregierung im Zusammenhang mit der seit Beginn des Jahres geltenden erweiterten Mineralölsteuerbefreiung für biogene Kraftstoffe zusammen mit der ökologischen Steuerreform, die nicht wie bisher nur als Reintreibstoffe steuerbefreit genutzt werden dürfen, sondern nunmehr auch in Gemischen mit fossilen Kraftstoffen.

Die Märkte für Wärme, Strom und Treibstoffe seien derzeit und auch künftig deutlich aufnahmefähiger als die einheimischen Bioenergiepotenziale zu liefern in der Lage seien. Die Regierung erwartet, dass im Zuge der vom Bundestag am 2. April beschlossenen Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die Stromerzeugung und die Kraft-Wärme-Kopplung aus Biomasse deutlich ausgeweitet wird.

Die Novelle werde vor allem die Biogasproduktion auf Basis nachwachsender Rohstoffe stimulieren sowie zusätzliche Anreize für die Kraft-Wärme-Kopplung und innovative dezentrale Stromerzeugungstechnologien schaffen.

Source: IWR-Treibstoffe vom 2004-06-01.

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