7 Januar 2002

Vergussmassen und Lacksysteme auf Pflanzenölbasis

Erdkabelverbindungen

Vergussmassen für Erdkabelverbindungen bestehen heute überwiegend aus dem Kunststoff Polyurethan auf der Basis petrochemischer Rohstoffe. Die ISO-ELEKTRA Elektrochemische Fabrik GmbH, Elze, hat Kabelvergussmassen unter Nutzung natürlicher Rohstoffe entwickelt. Rizinusöl ist aufgrund der vorhandenen chemisch aktiven Hydroxylgruppen in den Fettsäureketten des Ölmoleküls besonders als Kunststoffkomponente geeignet. Die entwickelten Vergussmassen mit einem Anteil von rund 30 % Pflanzenöl und 40 % mineralischen Füllstoffen sind mit der üblichen Fertigungstechnik herstellbar, lagerstabil und in der Verarbeitung problemlos, womit die Voraussetzungen für die praktische Anwendung geschaffen sind. Der Energieverbrauch zur Herstellung von Kabelvergussmassen konnte gegenüber konventionellen Rezepturen etwa auf die Hälfte reduziert werden. Die erforderlichen Zulassungsprüfungen wurden bestanden.

In der industriellen Lackierung von flächigen Bauteilen sind schnelle Verarbeitungszeiten nur dann möglich wenn die Lacke sehr schnell trocknen. Eine sehr schnelle Härtung lässt sich bei entsprechenden Lacken durch Bestrahlung beispielsweise mit UV-Licht erzielen. So können bereits nach kurzen Augenblicken belastbare Oberflächen gefertigt werden. Die Strahlenhärtung gewinnt daher bei der industriellen Beschichtung flächiger Bauteile zunehmend an Bedeutung. Durch die Strahlung wird in der Lackschicht eine chemische Vernetzungsreaktion gestartet. Der Lack härtet in Sekundenbruchteilen aus. Die Vorteile gegenüber thermisch trocknenden Lacken liegen neben hohen Produktionsgeschwindigkeiten in der Vermeidung von Lösemittelemissionen und einer Energieeinsparung.

Die DREISOL GmbH & Co. KG, Pr. Oldendorf, hat zusammen mit der Lott-Lack-Produktions- und Handels-GmbH, Bielefeld, sowie der Universität Oldenburg und der Fachhochschule Osnabrück als wissenschaftliche Kooperationspartner strahlenhärtbare, lösemittelfreie Schutz- und Dekorationsbeschichtungen für Holz und Holzwerkstoffe auf der Basis nachwachsender Rohstoffe entwickelt. Das entwickelte Lacksystem beruht auf Leinöl als physiologisch unbedenklichen Bindemittel sowie angepassten Photoinitiatoren für die Strahlenhärtung. Es kann auf bestehenden Anlagen zu wettbewerbsfähigen Kosten verarbeitet werden. Die Anwendung erstreckt sich auf die Bereiche Holz für Möbel und Parkettfußboden, Papier, Leder, Kork und Linoleum. Die begleitend durchgeführte Ökobilanz weist deutliche Vorteile gegenüber strahlenhärtbaren Lacksystemen auf der Basis petrochemischer Rohstoffe aus. Der Gesamtressourcenverbrauch konnte um rund 85 % vermindert werden.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Jahresbericht 2000 (Stand 02.04.2001), S. 26.

Source: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Jahresbericht 2000 (Stand 02.04.2001), S. 26.

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