6 März 2003

Vereinigte Arabische Emirate: Jojobaöl als Treibstoff erprobt

Biodiesel aus der Wüste

Forscher der Vereinigten Arabischen Emirate haben die Wüstenölpflanze Jojoba als möglichen Treibstoff-Lieferanten für Dieselmotoren entdeckt. Das Öl der Strauchnüsse soll sogar Schadstoff-ärmer sein und die Motoren ruhiger laufen lassen als konventioneller Diesel.

Wie im britischen Magazin “New Scientist” (Nr. 2385, S. 18) berichtet wird, verglich das Team um Ingenieur Mohammed Selim von der Universität der Arabischen Emirate in Al-Ain die Leistung eines Dieselmotors, indem es diesen zunächst mit herkömmlichem Diesel und später mit Jojoba-Methylester betankte, welches es über eine Mischung von Jojoba-Öl mit einem Spritzer Methanol und einem chemischen Katalysator gewann.

Wie die Forscher im Fachjournal “Renewable Energy” (Bd. 28, S. 1401) angeben, lief der Dieselmotor im Drehzahlbereich zwischen 1.000 und 2.000 Umdrehungen pro Minute leiser und ebenso kräftig wie mit herkömmlichem Treibstoff. Von großem Vorteil sei vor allem, dass Jojoba-Öl weder Kohlenstoff- noch Schwefel-haltig ist, so enthielten auch die Emissionen weniger Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Ruß sowie keine Schwefeloxide.

Der ursprünglich aus den Wüsten Südamerikas und Nordwest-Mexikos stammende Jojoba-Strauch ist eine sehr anspruchslose Pflanze, die selbst auf versalzenen Böden sowie bei großer Hitze und Trockenheit bis zu einigen Metern hoch wächst und ca. 150 Jahre alt wird. Das reichhaltige Öl der Nüsse (Gehalt bis zu 50%) gilt bisher vornehmlich in der Kosmetikindustrie als beliebter Zusatz zu Hautpflegepräparaten, da es ohne Filmbildung gut einzieht.

Dem “New Scientist” zufolge sollen ägyptische Bauern bereits damit begonnen haben, Jojoba zur Biodieselgewinnung anzubauen, was Ingenieur Selim für gewagt hält: “Es müsste in riesigen Mengen kultiviert werden, was in den Wüstenregionen vieler Länder aber einfach ist”.

Source: bild der wissenschaft online und www.vistaverde.de vom 2003-03-05.

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